Nun könnense ihn endlich beim Wort nehmen.
Hin- und hergerissen, ob ausgerechnet ein Nachruf wirklich ein so guter Einstieg in ein nigelnagelneues, frischbezogenes Blog ist, habe ich mich doch für diesen Eintrag entschieden, denn es ist eine von den aktuellen Storys, zu denen ich so drauflosplappern kann, gefragt oder ungefragt.
Dass Charlton Heston nicht mehr unter den Lebenden weilt und im annehmbaren Alter von 84 Jahren gestorben ist, kann zwar nicht mehr als Neuigkeit gelten, immerhin wurde das ja schon gestern bekanntgegeben, und spätestens seit Mitte dieses Jahrzehnts ist gestern gleichbedeutend mit letzte Woche (dass gestern Sonntag und somit tatsächlich “letzte Woche” war, ist lediglich ein ironischer Zufall des Kalenders).
Dennoch überlege ich immer noch, welche abschließende Einstellung ich eigentlich zu Mr. Heston habe. Auf der einen Seite steht sein Name für sonnengebräunte Sandalen-Bombast-Unterhaltung in jedem guten Feiertags-Filmprogramm im TV, bei dem sowohl das Filmformat als auch das Pathos ohne Breitbildfernseher gar nicht adäquat dargestellt werden können.
Wenn er mit seinem kantigen Gesicht in Ben Hur zum x-ten Mal die Schikanen der bösen Römer erduldet, um anschließend in Kitsch und religiösem Quark versinkend gegen alle Widerstände doch das Wagenrennen zu gewinnen, ist das immer wieder unterhaltend und hat geradezu etwas Versicherndes, Beruhigendes: solange Charlton Heston in Technicolor in den Vierspänner steigt, geht das Osterfest seinen beruhigend gewohnten Gang.
Auf der anderen Seite war er in späteren Jahren bekannterweise Vorsitzender der amerikanischen National Rifle Association und hat ätzenden, reaktionären Schund von sich gegeben, der unter anderem in den titelgebenden Ausspruch dieses Eintrags gipfelte, mit dem er ausdrückte, wann die anderen ihm frühestens sein Gewehr aus den Händen reißen könnten.
Charlton Heston ist einer der großen Namen, wenn es um die US-amerikanische Filmgeschichte geht und ist eine von mehreren spontanen Assoziationen, die ich zu großen Leinwandspektakeln der 50er und 60er Jahre habe. Trotz Kitsch und oft übertriebenem Pathos steckt darin auch eine Qualität. Aber seine Verbohrtheit und sein erschreckendes Umschwenken zu republikanischem Erzkonservatismus in späteren Jahren hinterlassen einen verdammt üblen Beigeschmack.
Insofern erlaube ich mir jetzt, ihm endgültig seine verdammte Knarre abzunehmen – wo er jetzt ist, braucht er sie ja wohl nicht mehr.
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hu, da hab ich dich (wirklich) zufällig gefunden.:) werd dein blog gleich mal meinen lesezeichen hinzufügen.
Kommentar von frau K. am 25.10.2008 um 13:55Da hat man schon fast ein schlechtes Gewissen, dass man drüben im LJ zwei “Werbe”-Einträge mit Hinweis auf dieses Blog gemacht hat, und dann finden einen die Leute doch lediglich zufällig, hihi!
Aber natürlich herzlich willkommen!
Und wie man mich zufällig findet, interessiert mich ja doch… *g
ach das mit dem zufällig finden ist recht einfach, man stelle sich folgendes szenario vor:
die hauptprotagonistin (im weiteren frau K. genannt) sitzt, an einem trüben samstag, bei der arbeit und versucht sich die verbleibenden drei stunden arbeitszeit durch surfen im netz aufzupeppen, da die eigentliche aufgabe aufgrund mangelnder resonanz nicht wirklich erfolgsträchtig ist (= leute anrufen klappt nicht, weil leute nicht da = bei anruf – anrufbeantwort wegklicken).
frau K. erinnert sich daran, dass zwei freundinnen ein blog erstellt haben und gibt die adresse in die adresssuchleiste ein, in der hoffnung dort den einen oder anderen neuen unterhaltsamen eintrag zu lesen. sie hat glück und liest tatsächlich etwas neues. sie liest auch kommentare von einem menschen, der wohl jan heißt, denkt sich aber nichts weiter dabei. nach abschließen der lektüre geht sie dazu über und klickt auf die links, die sie in der navigationsleiste findet. das bild ändert sich, sie liest etwas, was sie irgendwie an die fanta4 erinnert, durch die eigentliche tätigkeit (leute erreichen) abgelenkt, denkt sie jedoch nicht weiter drüber nach und liest stattdessen die ihr angebotenen texte.
nach einigen minuten schleicht sich der gedanke “wer macht dieses blog eigentlich?” in ihren kopf. sie hat einen verdacht und macht sich auf die suche nach dem impressum. ein klick und… schon hat sie den grad an erleuchtung auf den andere ein leben warten.
so funktioniert das. ![]()
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Mein lieber Jan, ich freu’ mich, dass Du jetzt auch bloggst, anstatt nur ins LJ zu schreiben. Ich werde lesen.
Dicker Gruß,
Janni
Kommentar von j@nni am 14.04.2008 um 14:39