Abgelegt unter: hirnwindung
Vor einigen Tagen hat mein PC-Monitor das Zeitliche gesegnet. Das an sich wäre vielleicht nicht unbedingt einen Eintrag wert, aber das Wie und wie es auf mich wirkte, schon eher.
Es handelte sich um einen mittlerweile siebeneinhalb Jahre alten Röhrenmonitor, der in den letzten Wochen immer häufiger mit einem kurzen Zucken die Anzeige meines Desktops links und rechts zusammendrückte. Das Bild bekam sozusagen einen Schluckauf.
Am vergangenen Sonntag war es dann soweit: Ohne größere Vorwarnung bekam das angezeigte Bild schwarz-weiße Streifen, ging dann in ein schwarz-weißes Rauschen über und verkleinerte sich zur Bildmitte hin, wo es in einem einzigen Punkt verschwand. Das Ganze wurde begleitet von einem lauten Knall und heftigem Knistern, und schließlich stieg tiefschwarzer Rauch aus dem hinteren Teil des Gerätes auf. Der Gestank hing trotz intensiven Lüftens noch 24 Stunden später in meiner Wohnung.
Abgesehen davon, dass ich mich sehr erschrak, war mein erster Gedanke: “Das sieht total nach Klischee, völlig gekünstelt aus.” Es war viel zu viel “Typisches” dabei, als dass das echt sein konnte. Als wenn ein Regisseur eines Sketches oder einer TV-Serie den Spezialeffekt-Leuten gesagt hätte: “Los, das muss richtig was hermachen, auch der Dümmste muss beim Angucken wissen: ‘Der Monitor ist hin!’”
Was mich wieder daran erinnert hat, dass ein Vor-Ort-Reporter an einer Flugzeugabsturz-Stelle oder bei einem Waldbrand schon mal berichtet: “Es sieht hier aus wie in einem Katastrophenfilm!“
Sind wir nur noch so wenig Realität gewöhnt, dass wir Vergleiche aus der Kultur bemühen müssen, um die Realität zu erfassen? Oder erschreckt uns die Realität erst recht, wenn sie tatsächlich so aussieht wie etwas, von dem wir sonst immer beruhigt sagen können: “Ist ja nur gestellt”?
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