…keinen Boulevard-Schrott… sorry, diese Doppelungen sollte ich mir abgewöhnen, also: keinen Boulevard zu lesen. Auch bin ich eigentlich ein Freund von Wortspielen. Aber wenn das GMX-Portal Mel Cs Schwangerschaft so ankündigt, bin ich doch bedient und weiß wieder einmal, weshalb ich dort nur einen kostenlosen E-Mail-Account habe und mich ansonsten von dort fernhalte:
Gesetzgeber, ein Comic von Ralf König, ist wirklich Bild für Bild lesenswert und es außerdem wert, noch bekannter zu werden.
Via Anke Gröner.
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Jawoll, Leude, Ihr hört Antenne Flash auf irgendwaskommanull, mit euerm Lieblings-DJ Volkeeer Rachoooo!
Gut, das mag ein flacher Gag sein, aber der Gag ist immerhin bereits aus dem Jahre 1999, und lässt sich damit, auch wenn es vielleicht nicht das erste Erscheinen war, schon einmal auf mindestens neun Jahre datieren. Mittlerweile ist der Name als Pseudonym in Foren ja weit verbreitet, wie eine kurze Google-Suche bestätigt.
Aber damals war er dementsprechend einfach knackig rübergebracht. Ich mag ja sonst nicht der größte Hiphop-Experte sein, aber ich finde und weiß zumindest, dass Gefährliches Halbwissen von Eins Zwo, aus dem die Single Hand aufs Herz mit obigem Zitat stammt, ein fantastisches, wenn nicht eines der deutschen Hiphop-Alben überhaupt, ist.
An jenes Lied musste ich denken, als ich vorhin beim Zappen auf einen jungen Mann im weißen Sakko stieß, der auf einer Bühne am Strand von vier Mädchen in Cheerleader-Outfits umtanzt wurde. Der Mann erinnerte mich voll Grausen an Den Wendler oder ähnlichen Bodensatz der Party-Unterhaltung, aber er hieß tatsächlich: Vollker Racho. Mit zwei L.
Der Mann gab ein Kinderlied zum Besten: Eine Insel mit zwei Bergen, mit einem typischen Wummta-Synthy-Rhythmus drunter (der Link führt zu einem nur 30-sekündigen Video, mehr möchte ich der geneigten Leserschaft nicht zumuten). Statt der original Puppenkisten-Samples hat er den Text selbst “gesungen”, ansonsten sind Ähnlichkeiten zu der Version von Dolls United aus dem Jahre 1995 unverkennbar. Und zu DJ Ötzi. Und zu Durchfall.
Der Mann hat auf dem dazugehörenden Album außerdem noch den König von Deutschland hingerichtet.
Wenn es also nicht die o.g. Foren-Besucher waren, hat spätestens dieser Primitivling also durch seinen Künstlernamen den an sich netten Namens-Kalauer von Eins Zwo bzw. deren MC Dendemann endgültig vergiftet.
Und außerdem: Woher kommt eigentlich dieser Retro-Trend, den schlechten und billigen Pseudo-Technosound aus den 90ern wiederzubeleben? Cascada sind da ja auch schon mit ekelhaftem Beispiel vorangegangen, man zappt 2008 versehentlich auf Viva und denkt, man ist durch ein Wurmloch in den Top 20 von 1997 gelandet.
Ich wäre dafür, dass daraus kein größerer Trend wird. Ich habe bereits ein ganzes Jahrzehnt damit zugebracht, augenrollenden GesprächspartnerInnen klarzumachen, dass “Techno” gerade eben NICHT aus Scooter, Blümchen, E-Rotic, Squeezer, Vengaboys, Das Modul, Dune und deren endlose Zahl an Klonen bestand.
Auf diesen Spießrutenlauf hab ich auf keinen Fall ein zweites Mal Lust.
Jedenfalls eignet sich Herr Racho aus verschiedensten musikalischen und geschmacklichen Blickwinkeln als gemeinsames Hassobjekt.
