Du spürst das Gras…
…hier und da bewegt sich was, es macht dir Spaß, nein es ist nicht nur das…

Und er sah, dass es nun aber auch mal gut war…
Montag, 27. April 2009, 18:58 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, fußball, sport

…und feuerte den Trainer.

Kaum schreibt man mal nicht innerhalb von ein paar Tagen einen Folgeartikel zu Klinsmann vs. taz, schon überschlagen sich die Ereignisse.

Ich find’s ja gut, dass er den Prozess verloren hat, denn wie schon im vorigen Eintrag erwähnt, habe ich weder die Ungeheuerlichkeit noch die Entgleisung auf der taz-Titelseite verstanden. Tut ja doch mal ganz gut, wenn ein Gericht die eigene Sichtweise bestätigt.

Seltsamerweise tauchen in der gesamten Urteilsbegründung (via Jens Weinreich) weder die Stichworte “Leben des Brian” noch “Monty Python” auf. Hätte ich nicht ganz unwesentlich gefunden, ob Klinsmann mit Jesus oder Brian gleichgesetzt wird. Und wie Christian Kortmann in der SZ so schön schrieb: “Da fühlt sich jemand ‘massiv in seiner Menschenwürde verletzt’, weil er mit Jesus verglichen wird.”

Heute ist also Klinsmann tatsächlich beim FC Bayern entlassen worden. Tse, ich bin wahrlich kein Freund des FCB, und natürlich sagt einem jetzt jede ahnunghabende Nase, dass “das doch klar war”.

Aber es sei zumindest mal als theoretische Überlegung die Frage erlaubt, ob die wirkungsvollste Änderung bei den Bayern tatsächlich ein neuer Trainer sein kann, oder ob vielleicht doch eine andere Vereinsführung guttäte, bzw. ob deren Selbsteinschätzung und ihre arrogante Sicht des Vereins nicht doch mal einer kritischen Prüfung unterzogen werden sollte.



Chleudert die Payern zu Poden!
Dienstag, 14. April 2009, 22:58 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, fußball, medien, polemik, religion

Es hat zwar noch keine Menschenaufläufe gegeben, bei denen öffentlich Ausgaben der taz verbrannt wurden, aber rhetorisch hatten die letzten Tage in Sachen Christentum mal wieder so einiges zu bieten.

Am Anfang war das Titelbild der taz vom vergangenen Samstag:


(Quelle: zeit.de)

Und dann war da der Mediendirektor des FC Bayern München, Markus Hörwick, der sich nicht zu blöd war, im Interview der Zeit mit Jürgen Klinsmann einzuwerfen: “Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir gegen die vielleicht schlimmste Entgleisung, die es je in den deutschen Medien gegeben hat, rechtlich vorgehen werden.”

Hierbei fallen mir zwei Dinge auf:
Erstens, wer das als die ultimativ schlimmste Entgleisung in den deutschen Medien empfindet, gleichzeitig beim Rumpelstilzchen-Rumpoltern aber offenbar ignoriert, dass verschiedene Persönlichkeiten des FCB äußerst häufig und gern mit den Boulevard-Medien1 zusammenarbeiten, ist ja schon mal der Heuchelei überführt.

Und zweitens (und diese Frage meine ich ganz ernst!): Wo ist die Entgleisung? Im wortwörtlichen Sinne verstehe ich die Aufregung nicht.

Klinsmann wurde 2006 als Nationaltrainer in den Himmel gejubelt, kam später als Heilsbringer zum FCB, und nun gleitet ihm nicht nur das Team aus den Händen, sondern auch der Rückhalt der allwissenden und unnahbaren Führungsetage schwindet allmählich. Genau das sollte laut Klaus Hillenbrand, Chef vom Dienst der taz, dargestellt werden.

Der Trainer ist immer am schnellsten schuldig zu sprechen, ganz egal, ob dies der Realität entspricht, und somit am leichtesten zu opfern, um zu suggerieren, dass es allen anderen durch dieses Opfer besser geht.
Da passt der Vergleich zu Jes… also: zu Brian doch ganz vorzüglich, dem erging es schließlich genauso.
(Pointen erklären ist natürlich ganz großer Mist, aber hilft ja nix, wenn ich darüber schreiben will, warum Herr Hörwick daneben liegt. Schon allein, weil ich sowas machen muss, ist mir der Herr unsympathisch. Herr Klinsmann, seit er diese Klage allen Ernstes durchzieht, allerdings ebenso.)

Und deshalb meine Ratlosigkeit, was denn da der unglaubliche Fehltritt sein soll. Dass die Person Jesu verunglimpft wurde? Nö. Dass das Titelbild am Ostersamstag rauskam? Och büdde. Oder dass jemand allen Ernstes die ganze Anspielung auf Brian nicht kapiert hat und tatsächlich der Ansicht ist, die taz würde befürworten, Klinsmann zu kreuzigen??!

Dass irgend jemand dergleichen ernsthaft denkt und sich deshalb aufregt, übersteigt meine Vorstellungskraft. Deshalb nochmal meine nicht nur rhetorische Frage:

Wo ist die Entgleisung, die nur mit Anwälten und sechsstelligen Summen gesühnt werden kann?

  1. Deren laufende Entgleisungen um einiges übler sind, was ich hier aber nicht breittrete, sondern der Einfachheit halber auf bildblog.de verweise.