Die gute Nachricht vorweg: die Abmahnungen an die betroffenen Nutzer von dawanda.de werden eingestellt.
Drüben beim Werbeblogger ist eine neue Pressemitteilung von Jack Wolfskin erschienen, laut der die Angelegenheit seitens JW mit der Herunternahme der beanstandeten Objekte von der dawanda-Plattform erledigt sei und keine weiteren rechtlichen Schritte unternommen würden. Das lässt einen im ersten Moment aufatmen und man kann die direkt Betroffenen beglückwünschen. Dass die Sache zumindest für die Anbieter auf dawanda finanziell und rechtlich ausgestanden ist, das ist schon mal was Gutes.
Aber dann fängt man an, weiter über das Gesagte nachzudenken:
Denn die beanstandeten Objekte müssen weiterhin entfernt bleiben, und nur auf Grund der heftigen Kritik wird auf die Abmahnungen verzichtet… Einsicht in ein Fehlverhalten abseits der finanziellen Einschüchterung ist damit nicht zu erkennen, denn die hier vermittelte Einstellung ist nichts anderes als:
“Wir sind immer noch der Überzeugung, dass da ein eindeutiger Markenrechtsverstoß vorliegt, weshalb das Kissen mit der Katzenpfote da weg muss und auch wegbleiben muss. Da uns viele Kunden aber die Meinung gegeigt haben, verzichten wir zähneknirschend auf das uns für diesen Verstoß eigentlich zustehende Geld, damit unsere PR nicht noch schlechter wird.”
Man wolle “sein Vorgehen in Fällen von kleingewerblichen Angeboten verändern. Hier wird das Unternehmen in Zukunft zunächst auf anwaltliche Schritte verzichten und selbst Kontakt aufnehmen.”
JW sieht keineswegs, dass die kleinkarierte Durchsetzung ihres Markenschutzes als solches angesichts einer Katzenpfote(!!!), gelinde gesagt: überdenkenswert wäre. Sie teilen lediglich mit, dass man künftig nicht gleich abmahnen wolle.
Nicht einmal eine lapidare Entschuldigung bei den Betroffenen ist im Text zu finden. Und wer die Anwaltskosten der Abgemahnten vielleicht begleichen könnte (hint, hint!), wird ebenfalls nicht erwähnt…
Eine wirkliche Erkenntnis, dass man Markenschutz als solchen übertreiben kann und sich deshalb künftig diesbezüglich zurückhält, müsste sich deutlich anders anhören.
Update 14.45 h: Hier der direkte Link zum PDF von der JW-Website.
Update 17:15 h: Natürlich reißen die Kommentare beim Werbeblogger nicht ab, aber auch bei Spreeblick wird darüber diskutiert.
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