ich bin 38 Jahre alt [Orchester-Akkord, Reifenquietschen, rasante Kamerafahrten auf entsetzte Gesichter von Passanten in den Straßen, verzweifelte "Nein!"-Rufe und Angstschreie, "Mann krass, Alde, ischglaubdasnich, und so'n Jopi Heesters hab ich gelesen, ey!", kopfschüttelnd vorne rechts aus dem Bild laufend].
[mit säuerlicher Miene meine in solchen Situationen unvermeidliche Grampa-Simpson-Stimme aufsetzend:]
Warum schreien die Leute grade so, und worauf wollte ich eigentlich hinaus?
Ach ja:
Herr Niggemeier hat mal Eurer Ansicht nach ganz gemein über Euch geschrieben, dass Eure Sendung nur noch in einem Sinne funktioniere, nämlich “als Gradmesser, um das Ende eines Trends zu bestimmen: ‘Ist XY eigentlich noch angesagt oder hat ‚Polylux’ schon was drüber gemacht?’”
Nach langer Zeit hab ich gestern mal wieder bei Euch reingeschaut, und in besagter Sendung vom 16.10.2008 habt Ihr Jumpstyle als neuen Jugend-Tanz-Trend vorgestellt. Obwohl ich nun oben erwähntes Alter erreicht habe, habe ich vor ungefähr einem dreiviertel Jahr zum ersten Mal davon gehört und prompt die ersten Youtube-Videos gesehen, die es zu der Zeit schon mindestens ein halbes Jahr gab.
Mittlerweile wird man dort mit Videos aus der Richtung erschlagen, auch mit solchen, in denen nicht nur 10 einsame Streiter, sondern ganze Fantreffen zu sehen sind.
Mein Empfinden: Der Tanzstil hat Step-Anleihen und sieht auch ein bisschen wie Breakbeat auf Valium aus, höhö (damals, frühe Prodigy und so, sehr sympathisch). Die Musik hat vom Stumpfheitsgrad her Charly-Lownoise-, Gabber- und Scooter-Anleihen (nicht sehr sympathisch). Uuuund abgehakt.
Ob ich selbst so tanzen will, steht auf einem anderen Blatt. Hätt ich aber drauf. Locker. Klar. Kein Ding.
Also, ich bin ja grundsätzlich der Auffassung, dass wir in den nächsten Jahren, noch mehr als jetzt schon, eine Gleichzeitigkeit von Trends haben werden, die von niemandem mehr komplett kartografiert werden kann, weshalb es immer häufiger vorkommen wird, dass man von Dingen hört, die “in anderen Kreisen” schon lange in oder schon wieder out sind.
Aber wenn Ihr Polyluxer schon für Euch in Anspruch nehmt, ein aktuelles Lifestyle-Magazin zu sein: werdet Ihr nicht skeptisch, wenn ausgerechnet ich (und deshalb das Intro dieses Textes) Euch diese Infos so auftischen kann?
Außerdem lautet Euer Urteil – wie frisch, wie raffiniert in der Formulierung – “Der Tanz sieht ziemlich seltsam aus.”
Die distanzierende süffisante Ironie im Off-Kommentar funktioniert übrigens nur dann gut, wenn sie nur dosiert eingesetzt wird. Ansonsten wird da nämlich angestrengt-herablassendes Berlin-Mitte-Geplapper draus. Das man genau deshalb am besten ignoriert.
Aber wer tatsächlich jemandem Raum gibt, der die Plastik-Umhängetasche zum Symbol fürs Nicht-Erwachsenwerden erklärt, nimmt sowas vermutlich ohnehin nicht mehr wahr.
Herr N. hatte wohl wirklich recht. Wieder eine Sendung, bei der ich nicht das Gefühl zu haben brauche, etwas zu verpassen, wenn ich sie nicht sehe.
Damit gar nicht erst jemand fragt, was mit Jan passiert sei und wer an seiner Stelle solche Einträge verfasst: die Überschrift entspricht nicht etwa meiner Meinung; es ist vielmehr so, dass DSDS allen Ernstes den Deutschen Fernsehpreis 2008 in der Kategorie “Beste Show” gewonnen hat.
Gegen Das weiß doch jedes Kind und Germany’s Next Topmodel…
Bevor nun also das Eindreschen auf die Sendung beginnt, möchte ich noch kurz auf zweierlei hinweisen:
1. Meine eigene Kritik am deutschen Fernsehen bekommt demnächst einen eigenen Eintrag, hier geht’s um die Verleihungs-Show vom Sonnabend/Sonntag mit ihrem sympathischen Skandälchen.
2. Ich habe die Übertragung der Verleihung, die das ZDF mit 24 Stunden Verspätung ausstrahlte, tatsächlich gesehen. Wie DWDL mitteilt, sind einige ganz üble Ausrutscher der Show allerdings gar nicht gesendet worden (z.B. danebengegangene Witze von Lafer/Lichter; welches Kleinod an sprühendem Witz uns Zuschauern da wohl vorenthalten wird).
Das Überraschendste zuerst:
Thomas Gottschalk war tatsächlich nicht der Reinfall des Abends. Er war, nicht nur für seine Verhältnisse, locker und selbstironisch und machte den Eindruck, als könne er dem Deutschen Fernsehpreis durch seine Moderation eine Wichtigkeit verleihen, die dieser gar nicht besitzt (im Gegensatz zu dem Oscar-esken Musik-Bombast-Kitsch, der durch seine Unangemessenheit immer wie eine selbstironische Brechung wirkte). Sogar seine Laudatio auf MRR war zumindest okay. Das wird meine Dauerkritik an ihm zwar nicht groß besänftigen, aber für diesen Abend war das wirklich in Ordnung.
Sogar bei den Dankesreden gab es einen amüsanten Moment, als Michael Gwisdek als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet wurde: die Familie seiner Frau habe im Vorfeld der Ausstrahlung von Das Wunder von Berlin in ihrem privaten Umfeld Werbung betrieben, dass “der Mann ihrer Tochter” dort mitspiele, und kam hinterher in Erklärungsnöte, weil die Nachfrage lautete, ob sie tatsächlich Heino Ferch geheiratet habe.
Damit sind dann die guten Momente, die die Veranstaltung an sich verteidigen könnten, allerdings auch schon fast erzählt (neben dem Duo ohne Rolf als Laudatoren ohne gesprochene Worte finden sich die wenigen weiteren unten im Text). Denn dass das Niveau schlagartig sinkt, sobald Atze Schröder den Raum betritt und auch nur ein paar Sätze sagt, versteht sich von selbst. Ebenso bei Ingolf Lück, der eine quälend lange Nummer vor einem Bluescreen zum Schlechtesten gibt, um irgendwann endlich die Nominierten für die Special Effects anzukündigen. Und auch andere wie Jan-Josef Liefers, Stephanie Stumph (samt Vater Wolfgang) oder Stefan Aust und Helmut Markwort bewiesen, dass jeder die Fähigkeit hat, eine noch so geplante Laudatio trotzdem unterhalb der Erträglichkeitsgrenze zu versenken.
Es gab eine Kategorie “Beste Reality”, anmoderiert von Barbara Salesch und Alexander Hold: 3 Bewerber ein Job, Teenager außer Kontrolle und der “Gewinner” Die Ausreißer – Der Weg zurück. Kein Kommentar.
Der Moment, der mir spätestens klarmachte, dass Fernsehschaffende der übelsten Formate frei von jeder Selbstreflexion sind, weil sie nur so ihre eigene Schamgrenze ignorieren können, war derjenige, als Ute Biernat (die Produzentin von DSDS) zu ihrer Dankesrede anhob. Wörtlich sagte sie:
“Ich erzähl Ihnen jetzt mal das Erfolgsgeheimnis von Deutschland sucht den Superstar:
Für Das weiß doch jedes Kind müssen Sie schlau sein, für Germany’s Next Topmodel müssen Sie schön sein, für DSDS ist beides nicht zwingend nötig.”
Und dann sollte also Marcel Reich-Ranicki einen Preis bekommen, wie das Ganze ablief, ist selbstverständlich bereits bei Youtube nachzuschauen.
Das Fernsehlexikon wies bereits auf das Kuriosum des Ehrenpreises hin:
“Die Idee war schon so putzig wie der ganze Deutsche Fernsehpreis an sich, einen Literaturkritiker, der im Fernsehen genau zwei Sendereihen gestaltet hat, die er sinngemäß damit zubrachte, den Menschen zu empfehlen, lieber Bücher zu lesen als fernzusehen, mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk wegen seiner Verdienste um das Fernsehen auszuzeichnen.”
Ebendort findet sich auch ein Text von Bastian Pastewka (den ich in Teilen seiner Arbeit sehr schätze), in dem dieser MRRs Auftritt kritisierte:
“Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus Krisengebieten [...], Fernsehfilm-Autoren, Nachrichten-Mitarbeiter, Cutter oder auch nur die zwei sympathischen älteren Herren von Eurosport gedacht haben…”
Wenn man es so betrachtet, hätte Pastewka sogar recht, aber ich sehe Reich-Ranickis Kritik anders, denn er hat ja nicht gesagt “Alle Preisträger sind unwürdig”, sondern er hat die Show bis zu diesem Zeitpunkt kritisert, die unwitzig-peinlichen Showeinlagen, die nichtssagenden Filmausschnitte (was bei Ausschnitten, die Preiswürdigkeit näherbringen sollen, besonders ungünstig ist), und als Ausgezeichneter in einer Reihe mit DSDS genannt zu werden, ist nun wahrlich nicht besonders schmeichelhaft. All dies wird durch seinen Nachtrag in der FAZ noch deutlicher.
Dazu passt als weitere unfreiwillige Selbstreferenz, dass als beste Comedy ausgerechnet (aber berechtigt) das die deutsche TV-Landschaft sezierende Team von Switch Reloaded ausgezeichnet wurde.
Schön auch im weiteren Verlauf Gottschalks Ankündigung des nächsten Laudators, der literaturinteressiert sei, da er die Tochter von Martin Walser geheiratet habe: “Mit der herzlichen Bitte, seinem Schwiegervater auszurichten, dass mir sein Buch “Tod eines Kritikers” gut gefallen hat: Edgar Selge!”
Die unvermeidlichen Senta Berger (Laudatio) und Veronica Ferres (ausgezeichnet als beste Schauspielerin. Nein, das ist kein Scherz) mussten natürlich auch noch ihren Auftritt haben, Letztere hat doch noch die Kategorie Heulattacke während der Dankesrede abgehakt.
Schnitt, Kamera und Musik wurden, zumindest in der ausgestrahlten Fernsehfassung, dreisterweise komplett weggelassen. Trotzdem dauerte es elendig lang, bis die Veranstaltung endlich zuende war.
Nämlich zweieinhalb Stunden. Ohne Werbepausen.
Die Oscar-Verleihung dauert mittlerweile noch dreieinhalb Stunden. Mit Werbepausen…
Genau hier merkt man, was an der ganzen Sache falschläuft: die pompöse große Inszenierung suggeriert, dass hier weitgehend hohe Qualität ausgezeichnet wird und dass der Deutsche Fernsehpreis ein Oscar-ähnliches Ereignis im Showbusiness-Kalender und beim tratsch-affinen Publikum sei.
Gleichzeitig werden allen Ernstes Preise in der Kategorie “Beste Reality-Sendung”(!) vergeben und Atze Schröder darf auftreten. Wer in all dem weder einen Widerspruch noch erdrückende Beweislast für schlechten Inhalt sieht, versteht auch nicht, weshalb sich MRR so aufgeregt hat.
Es war zwar der Auftritt eines alten Mannes, dem man vorwerfen kann, dass er Vieles im deutschen Fernsehen gar nicht kenne; aber man sollte nicht den Fehler machen, ihm zu unterstellen, er habe “das ganze deutsche Fernsehprogramm” schlechtgemacht.
Er hat, wenn auch in granteligen und manchmal etwas wirren Worten kritisiert, dass die Veranstaltung selbst drei Nummern zu groß, entsetzlich platt und pseudo-glamurös inszeniert wird sowie von Längen und Peinlichkeiten durchsetzt ist.
Und dass nicht nur durch eine ohnehin langweilige Fernsehkritik auf Spiegel Online, sondern durch einen der Preisträger, die mittendrin sind, endlich mal das Offensichtliche kundgetan wurde, war sehr befreiend und hat dem Deutschen Fernsehpreis wenigstens einen erinnerungswürdigen Moment beschert.
[EDIT, 14. Oktober: RTL hat sich übrigens von der Kritik Reich-Ranickis empört distanziert, wie Stefan Niggemeier festgestellt hat. Allerdings mit einem Newsletter, den man nur noch als Eigentor bezeichnen kann.]
Nachdem ich mich neulich ja bereits darüber ausgelassen hatte, wie diskussionsunwürdig es sei, Sarah Palin außenpolitische Erfahrung zugute zu halten, da sie gleich neben Russland wohne, hat Stefan Niggemeier jetzt sogar einen Interview-Schnipsel (mit Katie Couric von CBS News) gefunden, in dem Madame selbst in souverän-selbstdemontierender Art dieses Argument anführt.
Doch vorsicht, das sind sehr lange 87 Sekunden.
In Stefans Eintrag findet sich außerdem ein Link zu einem Text der konservativen Kolumnistin Kathleen Parker, in dem diese es schafft, mit einem einzelnen Satz so knapp wie es nur möglich ist, die Gefühle zu beschreiben, die einen überkommen können, wenn man Sarah Palin länger zuhört:
“My cringe reflex is exhausted.”
[EDIT: Es gibt auch die Möglichkeit, sich das ganze Interview anzuschauen, aber das ist dann wirklich hardcore.]
Wann genau kam die Bild-Zeitung in der Mitte der Gesellschaft an? Noch vor, sagen wir mal, 15 Jahren hätte die Redaktion der Tagesschau (Verzeihung für den drastischen Vergleich, ich finde ihn aber nötig) eher Fremd-Kotze gelöffelt, als eine ihrer Meldungen mit den Worten zu begründen: “Nach Informationen der Bild-Zeitung…” Mittlerweile ist aber genau dies Standard.
Nicht erst seit der verdienstvollen Arbeit des BILDblogs ist offensichtlich, dass die Bild-Zeitung meinungsmachend, volksverhetzend, manipulierend, rechtsverdrehend , Persönlichkeitsrechte missachtend, vorverurteilend und Unwahrheit verkündend ist. Weshalb darf sie ungeschoren oder viel zu mild bestraft Geschichten verbreiten, die sich irgendwo zwischen geschmacklos und entfernt von der Wahrheit bewegen? Und weshalb wird sie dann trotzdem als Quelle für Informationen genannt?
Alle Menschen in meinem Bekanntenkreis sagen, die Bild-Zeitung sei blöd. Aktiv kauft sie keiner, aber manche finden, “wenn sie mal irgendwo rumliegt, ist das schon recht lustig zu lesen.” Und da fängt es schon an, wie Judith Holofernes verdammt treffend feststellte: Man kann die Bild-Zeitung nicht ironisch lesen, weil man sie damit trotzdem adelt.
Um einfach einmal klarzumachen, auf welchem Niveau sich regelmäßig der angeblich in einem Bild-Artikel zum Ausdruck gebrachte “Volkszorn” befindet, braucht man nur einmal auf einen erläuternden Artikel bei BILDblog.de zu schauen:
Bild fand es “unfassbar”, dass der (ihm rechtlich zustehende) Verteidiger des Angeblich-Holzklotz-auf-Autobahn-Werfers auf Freispruch plädieren will. Dass es dafür sachliche Gründe geben könnte, oder dass er zumindest schlicht das Recht dazu hat, ignoriert das Blatt. Denn dass die Richter dem Freispruch noch lange nicht zustimmen müssen, ist wieder einmal so eine dermaßen offensichtliche Tatsache, dass die Beschäftigung mit ihr mir zu albern erscheint.
Und um der Empörung des Artikels etwas Angemessenes entgegenzusetzen, kommen die Autoren deshalb nicht drumherum, Sätze zu verfassen, die wie aus einem Schulbuch-Eintrag “Politik” der 6. Klasse klingen:
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein so genannter Rechtsstaat. Das bedeutet unter anderem, dass nicht Polizei oder Staatsanwaltschaft über Schuld und Unschuld eines Verdächtigen entscheiden (und schon gar nicht eine Boulevardzeitung), sondern ein Gericht. Und es bedeutet, dass jemand, der einer Straftat angeklagt ist, sich verteidigen darf. Kurzum: Egal, was jemand getan haben mag, er genießt so genannte Rechte.
Um Verwirrung vorzubeugen: Diese Antwort finde ich absolut richtig und angemessen, aber ist es nicht erschreckend, dass man einem Zeitungsartikel auf diesem grundlegenden, simplen Niveau antworten muss, um ihn zu entkräften?
Auch stellt Das Blatt[tm] gerne einmal die jedem Bürger zustehenden Rechte als “Trick” hin.
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem, was an Dem Blatt[tm] und ähnlichen Publikationen bedenkens- und verachtenswert ist. Der Anlass für diesen Eintrag war die Tatsache, dass Frank-Walter Steinmeier es heute nicht geschafft hat, auch nur ansatzweise mal auf die Kacke zu hauen und kundzutun, was an Kai Diekmanns Publikation alles kritikwürdig ist.
Bild gutfinden, geht gar nicht. Bild geht nicht. Niemals. Auch nicht “nur mal so nebenbei”, nicht ironisch, und auch nicht, wenn man das alles ja nicht ernstnimmt. Bild steht für das, was falschläuft.
Dementsprechend hat Das Blatt[tm] samt aller Beteiligten seinen ewigen festen Platz in meiner Top-5-Liste derjenigen, die als erste an die Wand gestellt werden, wenn die Revolution kommt. Aber statt meinem Drang nachzugeben und mit Kraftausdrücken um mich zu werfen, halte ich mich zurück und lasse lieber Max Goldt für mich sprechen, der sich bei diesem Thema noch etwas mehr zusammenreißen konnte:
“Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.”
Es gibt Themen, die kompliziert sind. Themen, bei denen die Fakten und Einflüsse so vielfälitg und gegensätzlich sind, dass man den Überblick verliert und nur schwer zu einer überzeugenden eigenen Aussage kommen kann.
Und dann gibt es Aussagen, deren offensichtliche Unwahrheit so dermaßen die eigene Intelligenz beleidigen, dass man sich lächerlich vorkommt, sich überhaupt mit ihnen zu befassen.
Es fing an mit einem kurzen Ausschnitt aus einer Fox-Diskussionsrunde, in der Steve Doocy feststellte, dass Sarah Palin außenpolitische Erfahrung habe, da sie in Alaska ja Tür an Tür mit Russland wohne. Und es war klar, dass Jon Stewarts The Daily Show sich ausgiebig und berechtigt darüber lustigmachen würde. Jon stellte u.a. fest, dass Palin in Alaska ja nahe des Nordpols wohne und deshalb auch mit dem Weihnachtsmann befreundet sein müsse.
Ich ging zunächst davon aus, dass es sich um eine verkürzte Darstellung handelte und diese Begründung (Palin sei direkt “neben” Russland zuhaus = sie wisse, was dort abgeht) vielleicht als sarkastische Bemerkung gedacht gewesen sei. Aber dann sagte in einem BBC-World-Bericht eine der Zuschauerinnen des Repulbikaner-Parteitages genau dasselbe. Dann führte Cindy McCain in einem ruhigen längeren Interview genau dieses Argument an. Und schließlich sagt es sogar John McCain selbst in einem ABC-Interview. Und so bekamen nicht nur die Analysten von MSNBC langsam Schwierigkeiten, sich die Logik dahinter zu erklären.
Und genau hier stzt der eingangs erwähnte Mechanismus ein: es ist mir zu blöd, dieses erbärmliche, lächerliche, peinliche und schlicht bekloppte Argument zu widerlegen.
Aber noch fassungsloser als über dieses Argument selbst bin ich darüber, dass es eben nicht ein einmaliger Ausrutscher in einer hitzigen Live-Diskussion ist, sondern dass es sich bei in der Öffentlichkeit stehenden Repulikanern als bewusst vorgetragenes Argument für Sarah Palin etabliert zu haben scheint. Das ist das noch viel Groteskere an dieser Aussage.
Dienstag, 2. September 2008, 18:41 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, polemik
An der Kasse meines Stamm-Baumarktes werde ich beim Bezahlen seit einiger Zeit nach meiner Postleitzahl gefragt.
Das machen natürliche alle möglichen Geschäfte seit einiger Zeit. Nur: es hat mir noch niemand, der dort arbeitet, sagen können, was konkret mit dieser Information gemacht wird und wo sie bleibt, falls ich sie erteile.
Spätestens bei den Stichworten Datenvorratsspeicherung, Datenklau und Datenvernetzung sollte in den letzten Jahren jeder hellhörig und skeptisch geworden sein.
Weshalb ich im kleinen Stil, neben anderen Maßnahmen, mittlerweile dazu übergegangen bin, diese Anfrage an keiner Kasse irgendeines Geschäftes mehr zu beantworten.
Als ich gerade heute wieder “Darf ich Ihre Postleitzahl erfahren?” zu hören bekam, hätte ich endlich mal die Chance ergreifen sollen, zu antworten: “Wenn Du datensammelwütiges Arschloch das noch einmal fragst, gibt’s hier Tote!”
Natürlich habe ich bisher immer lediglich mit einem bestimmten, aber höflichen “Nein” darauf geantwortet, aber der Punkt ist:
Der Gesichtsausdruck einer beliebigen Kassiererin sah bei diesem schlichten “Nein” nicht zum ersten Mal so aus, als hätte ich obiges von mir gegeben. Ich warte noch auf ein “Mein Gott, Entschuldigung, dass ich gefragt habe!” Was ironischerweise genau das wäre, was sie aufrichtig sagen sollte.
Weshalb sollte ich in der Rechtfertigungsposition sein, keine Auskunft zu erteilen? Weshalb hat es den Anschein, als wenn man etwas Unerhörtes tut, wenn man diese Daten nicht völlig selbstverständlich und offen preisgibt?
[EDIT: Ich hab eine kurze Mail an bahr.de geschrieben, und sie haben sogar geantwortet: "Sehr geehrter Herr ..., Gern beantworten wir Ihre Anfrage. Gerade aufgrund der aktuellen Diskussion in allen Medien über Datenmissbrauch könnnen wir Ihre Frage nur zu gut nachvollziehen.
Wir befragen im Rahmen einer Kundeneinzugsanalyse alle Kunden nach Ihrer Postleitzahl. Dies findet derzeit 2mal jährlich für je zwei Wochen (Februar und September) statt. Mit den Daten können wir auswerten aus welchen Postleitzahlgebieten unsere Kunden kommen. Dies benötigen wir um unsere Kunden zielgenau mit Angebotsprospekten zu versorgen. Wir verteilen Werbung nur in Postleitzahlgebieten aus denen ausreichend Kunden zu uns kommen. Damit können wir ökonmisch Werbung betreiben und schonen unsere Umwelt + Ressourcen. Wir drucken dann nur die benötigte Menge."
Immerhin haben sie flott und zumindest nachvollziehbar geantwortet, was schon mal was wert ist. Ob dieses Ziel der Nachfrage auch dann noch aktuell ist, wenn erstmal meine in der Kasse gespeicherten Einkäufe mit meinen EC-Karten-Daten abgeglichen werden (können), steht auf einem anderen Blatt.
Anders gesagt: Ich will denen zugestehen, dass sie in diesem Fall nichts Böses im Sinn haben, denn, ja, es handelt sich lediglich um meine Postleitzahl. Dennoch finde ich die Menge an Daten, die in kleinen Portionen de facto allüberall von uns gesammelt werden, erschreckend. Und besonders die Attitüde, diejenigen, die sie nicht preisgeben, seien die Sonderlinge. Und wenn diese ganz vielen kleinen und einzeln vielleicht sogar unwichtigen Daten erstmal verknüpft werden, wird's richtig übel. In diesem Sinne - wehret den Anfängen.
Denn bezeichnenderweise ist auf bahr.de die "Kontakt"-Seite so gestaltet, dass nicht nur die eigene E-Mail-Adresse, sondern die komplette eigene Hausadresse auszufüllende Pflichtfelder sind, wenn man eine Anfrage hat - die natürlich per Mail beantwortet wird. Erst im Impressum sieht man die E-Mail-Adresse "info@...", die man in seinem eigenen Mailprogramm verwenden kann.]
Während der TV-Übertragung des EM-Halbfinalspiels Deutschland-Türkei fehlten für mehrere Minuten Bild und Ton. Das ist schade, und je nachdem, wie sehr man mitgefiebert hat, kann einen das auch so manche Nerven gekostet haben.
Aber ist es nun ein “typisch deutsches” Phänomen oder ein Phänomen dieses Informationszeitalterjahrzehnts, dass ein Bildausfall bei einer Fernseh-Liveübertragung so ein dermaßenes mediales Rauschen auslösen kann?
Es ist von Regressforderungen an die Stromfirma die Rede, Béla Réthy muss immer wieder auf die “Wie war das für Sie?”-Frage antworten, einige fordern gar, dass das Spiel hätte unterbrochen werden müssen (und geben der Bürokratie die Schuld, dass das nicht passiert ist) und es entsteht der Eindruck, wir alle(!) hätten allein durch die fehlende Übertragung persönlichen Schaden genommen.
Eine TV-Übertragung kommt durch die Verwendung von Technik zustande. Technik kann Fehler auslösen. Technik kann durch Naturgewalten beeinträchtigt sein. Shit happens. Dass es ein Notfallprogramm geben sollte, ist klar, aber weshalb so ein Aufstand gemacht wird, weil mal sechs Minuten einer Live-TV-Übertragung nicht klappen, werde ich nie begreifen. Wie satt und arrogant muss man eigentlich geworden sein, dass man an die Unfehlbarkeit von Technik glaubt? Und das auch noch bei Blitzeinschlag?
Und zur Verteidigung Béla Réthys: Er hat nicht Jupp Derwall auf der Tribüne gesehen! Ganz egal, wie häufigdiesin den Medien kolportiert wird, es wird dadurch nicht “wahrer”.
Ab Minute 2:05 sagt er wörtlich: “Hans-Peter Briegel [jetzt im Bild zu sehen] sehen wir hier auf der Tribüne, einer von 19 deutschen Trainern, die in der Türkei gearbeitet haben, war eher eine kurze Station, und Kalli Feldkamp [jetzt im Bild zu sehen], er, einer der populärsten natürlich, neben seiner Frau Helma [bezieht sich darauf, dass die beiden nebeneinandersitzen], neben Jupp Derwall und Christoph Daum, große Tradition, Michael Skibbe wird der 20. sein, der geht ja nach der EM zu Galatasaray.”
Wörtliche Rede aufgeschrieben sieht immer etwas holperig aus, aber allerspätestens im Zusammenhang mit den Bildern wird klar, dass er keineswegs einen auf “Ich sehe tote Menschen” gemacht hat, sondern sich auf die Reihe deutscher Trainer in der Türkei bezogen hat.
Dieses Jahrzehnt ist ein seltsames Jahrzehnt. Gut, das könnte jetzt der Einleitungssatz für eine Unmenge von Themen sein, deshalb werde ich mal präziser:
Noch vor zehn Jahren wäre Folgendes passiert: Irgendwo am Potsdamer Platz, am Bremer Hauptbahnhof oder der Düsseldorfer Einkaufspassage steht ein Koffer oder eine Tasche herum. Lange Zeit wäre sie ignoriert worden, und irgendwann wäre jemand, der grad etwas Zeit übrig hat, vorbeigekommen, hätte die Tasche genommen, sich einmal umgeguckt und sie am nächsten Informationsstand abgegeben: “Das hat hier wohl einer vergessen.”
In diesem Jahrzehnt ist die Hysterie so tief in “normales” Verhalten eingebettet, dass ein herrenloser Koffer grundsätzlich einen Polizeieinsatz mit Sprengkommando/Wasserwerfer nach sich zieht. Natürlich kann man in diesem Fall sagen, dass bei dem Menschenaufkommen eines Public Viewing erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten ist. Und ja, es gab in diesem Jahrzehnt Anschläge, die einen skeptisch werden lassen konnten. Aber gab es in den vergangenen Jahrzehnten keine Anschläge?
Das hat mich schon vor einigen Jahren davon überzeugt, dass der Frontalangriff auf die Demokratie und das öffentliche Leben ganz anders geführt werden wird als sich Wolfgang Schäuble und andere Paranoiker das vorstellen: Giftgas, Waffen, Selbstmordkommandos in Passagierflugzeugen, Zügen oder U-Bahnen…. weit gefehlt.
Stattdessen werden sich sämtliche Terroristen irgendwann zusammenraufen und alle gemeinsam…. Koffer kaufen gehen. Mit diesen werden sie ohne nennenswerten Inhalt legal in verschiedene europäische Staaten einreisen, um sie zeitgleich an mehreren tausend öffentlichen Plätzen in ganz Europa stehenzulassen. Vielleicht sogar mehrmals hintereinander. Der flächendeckende andauernde Bombenalarm wird die europäische Polizei so dermaßen in Atem halten, dass sie für alles andere keine Zeit/Personal mehr hat. Damit werden nicht nur Banküberfälle ein Kinderspiel, sondern mit den übermäßigen Absperrungen kommt zudem das öffentliche Leben zum Erliegen und die Wirtschaft wird beeinträchtigt (Lieferanten kommen wegen der Absperrungen nicht mehr weiter, Reisende kommen nicht ans Ziel, Tourismus bleibt aus, Unzufriedenheit des Volkes über die ständige Einschränkung im öffentlichen Leben etc.).
Damit könnten Die Terroristen[tm] wesentlich mehr erreichen als eine Bombe in einem Bahnhof oder auf einem Flughafen, und das alles ohne Sprengstoff, ja sogar ohne tatsächliche Bedrohung von Menschenleben, lediglich durch Ausnutzen der allgegenwärtigen Paranoia.
So, das war sie nun, die DSF-Reportage über Das große Tabu – Homosexualität & Fußball. Für den Stand der Dinge war sie gar nicht schlecht. Der Knackpunkt ist nur: es wurde deutlich, dass es eigentlich noch gar keinen Stand der Dinge gibt.
„Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen. Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegen treten, dass gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, dass wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen. Und ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.“ Dazu muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass es sich ja nicht um ein ausführliches Interview mit Daum handelte , in dem es um Gott und die Welt ging, und seine Weiterleitung zum nächsten Thema ging schlicht daneben: er wurde für die Reportage zum Umgang mit Homosexualität im Fußball befragt. Auch seine anschließende auf der Website des 1. FC Köln veröffentlichte Stellungnahme zu dieser Passage räumt überhaupt nicht mit dem auf, was ihm vorgeworfen wird:
„Grundsätzlich bin ich ein toleranter und liberaler Mensch. Ich habe keinerlei Berührungsängste zu homosexuellen Menschen. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es Einige, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben. Kinderschutz geht mir aber über alles. Kinder müssen vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, ganz gleich ob von homo- oder heterosexuellen Menschen, geschützt werden. Deswegen arbeite ich auch aktiv bei der Organisation Power-Child e.V. mit.“ Power-Child e.V. ist ein Verein mit dem Anliegen, Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Und genau deshalb beginnt spätestens ab hier Daums Fahrlässigkeit in Vorsatz und Dummheit umzuschlagen: im besten Herman’schen Stil beharrt er auf seiner Sicht der Dinge und begreift nicht, dass seinen Aussagen ekelhafte Assoziationen zugrunde liegen. In seiner Stellungnahme hatte er die Möglichkeit, Vergleiche geradezurücken bzw. auszuschließen. Stattdessen wiederholt er, dass trotz seiner selbsterklärten Toleranz Kinderschutz vorgehe. Auch mit Abstand bleibt also Homosexualität für ihn etwas, vor dem man Kinder (wie vor Pädophilie) dringend schützen müsse…
Laut 4 Buchstaben soll er nach dieser Erklärung sogar gesagt haben: „Soll ich mich etwa für meine Gedanken zum Kinderschutz entschuldigen? Der Schutz der Kinder steht einfach über allem.“ Offenbar ist sein Hirn wirklich nicht in der Lage, seine eigenen Gedanken zu reflektieren. Der Mann versteht tatsächlich nicht, was ihm konkret vorgeworfen wird.
Zurück zur Reportage:
Dass es schwule Fußballspieler nicht nur im Amateur- und Freizeitbereich, sondern im bezahlten und bejubelten Profisport geben soll, dass Leute “ungeahnt” beim Torerfolg der eigenen Mannschaft einem Schwulen zujubeln könnten, ist für einige Fans schlicht unvorstellbar. Peter Neururer sagt treffend: “Es ist eigentlich überhaupt kein Thema. Aber dadurch, dass es kein Thema ist, wird es doch ein Thema.” Das wird im Verlauf des Films sehr deutlich: die Aussagen von Fans vor diversen Stadien der Republik schwanken zwischen “ekelig”, “mir egal” und “solang er Leistung aufm Platz bringt, macht das doch nichts”. Als des Teufels Advokat möchte man glatt nachfragen: Wenn er die Flanke nicht hinkriegt, wird seine sexuelle Orientierung oder sein ‘Lebensstil’ also doch wieder für seine Beurteilung wichtig?
Fast schon suspekt, weil sehr sympathisch, die Aussagen von Reiner Calmund und ausgerechnet Theo Zwanziger, die mehrfach kundtun, dass das ja auch alles nette Leute sind, mit denen man ein Bier trinken gehen kann (Calmund) und denen man volle Unterstützung beim Coming Out zusichert (Zwanziger). Es ist tatsächlich positiv bemerkenswert, dass letzterer gerade in seiner Eigenschaft als DFB-Präsident so überaus undiplomatische und wohlwollende Worte findet.
Neben diesen beiden souveränen Menschen besteht der Rest des Films im Wesentlichen aus Aussagen, die aus einem Merkblättchen “Schwule und Lesben für Einsteiger” stammen könnten – egal, ob man den toleranten Fans oder den toleranten Fußballern zuhört, immer fallen die gleichen Phrasen: “auch nur Menschen”, “trotzdem nett”, “wie du und ich”, “wenn sie gut spielen, macht das ja nichts”. Natürlich kann man prinzipiell froh sein, wenn wenigstens diese Einstellung bei den Leuten zu finden ist. Aber es macht deutlich, auf welchem primitiven Anfangsniveau sich die Beschäftigung mit der Möglichkeit von Homosexualität im “reinen Hetensport” Profifußball überhaupt befindet. Da müssen Fans vor laufender Kamera sichtbar tapfer sein, um diese Möglichkeit tatsächlich in Betracht zu ziehen, kein Wunder, dass sie sich anhören wie 12-jährige, die “mal was von Schwulsein gehört” haben.
Dass die Reportage ein zu großes Fass aufmacht und gleich noch in drei Nebensätzen das “offene Geheimnis” lesbischer Spielerinnen in der Frauen-DFB-Auswahl erwähnt und außerdem noch eine Schiedsrichterin, die früher ein Mann war, ins Boot holt, sei ihr verziehen. Schließlich sind wir ja noch in der Phase, in der erstmal darauf hingewiesen werden darf und soll, dass es im Profifußball bestimmte Themen wie nicht-heterosexuelle Beteiligte überhaupt gibt. Außerdem ist der ganze Beitrag unreißerisch und kommt ohne große Klischeeansammlungen aus, was ihm bei RTL und Konsorten wohl nicht vergönnt gewesen wäre.
Und so hat diese Reportage es auf jeden Fall geschafft, aufzuzeigen, wie sehr die Diskussion, ja sogar das grundsätzliche “Zulassen” des Themas Homosexualität im Profifußball noch in den Anfängen steckt. Mal sehen, was noch kommt. Der DFB ist immerhin wesentlich weiter als Christoph Daum: der Verband beteiligt sich an der Finanzierung eines Umzugswagens für den diesjährigen CSD in Köln.
[EDIT, 4.8.2008: Am 31. Juli hat sich Christoph Daum immerhin mit Mitgliedern von Andersrum Rut-Wiess getroffen und offenbar die wesentlichen Missverständnisse und Ärgernisse aus dem Weg räumen können. Ob das nun bedeutet, dass er das alles wirklich überhaupt nicht so gemeint hat, oder ob es auch zeigt, dass eine von Daums Charaktereigenschaften diejenige ist, beim Reden in der Öffentlichkeit sein Gehirn immer wieder mal zu Hause zu lassen (ich sage nur: freiwillige Haarprobe zum Kokainnachweis), bleibt die Entscheidung der werten Leserschaft. Den deutlich gezeigten guten Willen möchte ich ihm aber durchaus zugute halten.]