
Heute ist natürlich Towel Day. Und herrje, ist es wirklich schon acht ganze Jahre her, dass Douglas Adams von uns gegangen ist?

Heute ist natürlich Towel Day. Und herrje, ist es wirklich schon acht ganze Jahre her, dass Douglas Adams von uns gegangen ist?
Morgen wird in Washington der neue US-Präsident vereidigt. Was auch bedeutet, dass der alte nun endlich weg ist. Acht lange Jahre Mist bauen liegen hinter George W. Bush. Das Ausmaß an dem, was dieser Mann und seine Regierungsmannschaft an Vertrauen oder auch nur Respekt gegenüber den USA (und in den USA selbst) zertrampelt haben, ist nur wenigen seiner Vorgänger gelungen. …weiterlesen
Nun könnense ihn endlich beim Wort nehmen.
Hin- und hergerissen, ob ausgerechnet ein Nachruf wirklich ein so guter Einstieg in ein nigelnagelneues, frischbezogenes Blog ist, habe ich mich doch für diesen Eintrag entschieden, denn es ist eine von den aktuellen Storys, zu denen ich so drauflosplappern kann, gefragt oder ungefragt.
Dass Charlton Heston nicht mehr unter den Lebenden weilt und im annehmbaren Alter von 84 Jahren gestorben ist, kann zwar nicht mehr als Neuigkeit gelten, immerhin wurde das ja schon gestern bekanntgegeben, und spätestens seit Mitte dieses Jahrzehnts ist gestern gleichbedeutend mit letzte Woche (dass gestern Sonntag und somit tatsächlich “letzte Woche” war, ist lediglich ein ironischer Zufall des Kalenders).
Dennoch überlege ich immer noch, welche abschließende Einstellung ich eigentlich zu Mr. Heston habe. Auf der einen Seite steht sein Name für sonnengebräunte Sandalen-Bombast-Unterhaltung in jedem guten Feiertags-Filmprogramm im TV, bei dem sowohl das Filmformat als auch das Pathos ohne Breitbildfernseher gar nicht adäquat dargestellt werden können.
Wenn er mit seinem kantigen Gesicht in Ben Hur zum x-ten Mal die Schikanen der bösen Römer erduldet, um anschließend in Kitsch und religiösem Quark versinkend gegen alle Widerstände doch das Wagenrennen zu gewinnen, ist das immer wieder unterhaltend und hat geradezu etwas Versicherndes, Beruhigendes: solange Charlton Heston in Technicolor in den Vierspänner steigt, geht das Osterfest seinen beruhigend gewohnten Gang.
Auf der anderen Seite war er in späteren Jahren bekannterweise Vorsitzender der amerikanischen National Rifle Association und hat ätzenden, reaktionären Schund von sich gegeben, der unter anderem in den titelgebenden Ausspruch dieses Eintrags gipfelte, mit dem er ausdrückte, wann die anderen ihm frühestens sein Gewehr aus den Händen reißen könnten.
Charlton Heston ist einer der großen Namen, wenn es um die US-amerikanische Filmgeschichte geht und ist eine von mehreren spontanen Assoziationen, die ich zu großen Leinwandspektakeln der 50er und 60er Jahre habe. Trotz Kitsch und oft übertriebenem Pathos steckt darin auch eine Qualität. Aber seine Verbohrtheit und sein erschreckendes Umschwenken zu republikanischem Erzkonservatismus in späteren Jahren hinterlassen einen verdammt üblen Beigeschmack.
Insofern erlaube ich mir jetzt, ihm endgültig seine verdammte Knarre abzunehmen – wo er jetzt ist, braucht er sie ja wohl nicht mehr.