Du spürst das Gras…
…hier und da bewegt sich was, es macht dir Spaß, nein es ist nicht nur das…

Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 18:45 Uhr
Abgelegt unter: film, hirnwindung, medien, polemik, politik, popkultur

So lautet der Untertitel von Douglas Couplands Buch “Generation X”. Das im Jahr 1991 erschienen ist. Herrje, vor gut 18 Jahren also. Zu der Zeit stieg die beschriebene Beschleunigung noch so gemächlich an, dass Handys nicht verbreitet waren und nicht annähernd die bescheidenen Außenmaße hatten, wie wir sie jetzt kennen. Das Internet war zwar da, wurde aber nicht von einer breiten Masse verwendet, und die Übertragung größerer Datenmengen, wie sie für Musik oder gar Videos benötigt wurden, waren im wahrsten Sinne des Wortes Zukunftsmusik. …weiterlesen



Reaktion der Redaktion
Freitag, 8. Mai 2009, 14:09 Uhr
Abgelegt unter: medien, politik

Sieh mal an, so kann Online-Kommunikation im Jahr 2009 also funktionieren, und das “sogar” mit etablierten Redaktionen. Dieser Satz klingt zwar wahlweise kindlich-naiv oder wie eine Binsenweisheit, aber schon das Stöbern bei Stefan Niggemeier macht deutlich, wie störrisch sich viele Online-Redaktionen im Umgang mit Leserkommentaren im Allgemeinen und mit deren konkreten Hinweisen auf Fehler in Artikeln im Besonderen immer noch aufführen. …weiterlesen



Kann denn niemand hier auch nur einmal an die Kinder denken?
Donnerstag, 26. März 2009, 17:54 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, medien, politik

Frau von der Leyen will total viel gegen Kinderpornographie tun und hat sich da auch schon ganz viele Sachen ausgedacht.

Ich glaube ihr sogar, dass ihr das ein ernstes und wichtiges Anliegen ist. Ich bin sogar sicher, dass sie vollkommen überzeugt ist, dass das, was sie tut, aktive Schritte zur Bekämpfung der Verbreitung von Kinderpronographie im Internet sind.

Nur leider hat sie von den technischen Gegebenheiten keinerlei Ahnung, und sie tritt bestehendes Recht mit Füßen. Sie scheint zu glauben, dass man, wenn man “Anstand” verkörpert, automatisch das Richtige tut, womit sie mit der Überschrift gebenden Helen Lovejoy etwas gemeinsam hat.

Also Moment, nochmal gaaaanz deutlich:
Nicht die Hinderung des Zugriffs auf Kinderpornographie ist hier das Böse! Sondern die Hinderung eines Zugriffs.

Frau vdL lässt sich ja nicht einmal von Bedenken der Justizministerin im geringsten von ihrem “Ziel”(!) abbringen, in diesem eklig-schmutzigen Internet mit Zugangssperren und Blockaden gegen negative Inhalte jetzt mal so richtig sauberzumachen…

Was nur folgende Schlüsse zulässt:

  • Ihre Wahrnehmung der technischen Realität ist erschreckend weltfremd:
    • Man kann Websites auch dann erreichen, wenn sie in einem bestimmten Land “gesperrt” sind.
    • Webseiten sperren, aber Tauschbörsen, ICQ etc geschehen lassen, ist gerade bei illegalen Inhalten so, als wenn man eine Fahrradbremse am ICE zieht.
  • Ihre Ideen wirken aus den o.g. technischen Gründen entweder wie ein unglaublich naiv-ahnungsloser Aktionismus oder wie ein Stimmenfang für die Bundestagswahl im Herbst.
  • Es handelt sich um eine Zugangssperre für bestimmte Inhalte, und eben nicht um die Schaffung von aktualisierten rechtlichen Grundlagen, die eine verstärkte strafrechtliche Verfolgung der Anbieter strafbarer Inhalte ermöglichen! Um das überstrapazierte Z-Wort nicht zu verwenden: Dadurch werden einer staatlichen Lenkung oder Unterdrückung unliebsamer Inhalte im Internet Tür und Tor geöffnet.

Johnny Haeusler hat drüben beim Spreeblick Frau vdL zum konstruktiven Gespräch gebeten, was ich sehr begrüße, auch wenn ich durch ihr bisheriges Auftreten fürchte, dass sie sich als recht lernresistent erweisen dürfte.



Pretty in pink
Sonntag, 8. März 2009, 14:39 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, gender studies, polemik, politik

Als mir vor zwei Jahren eine 22-jährige Praktikantin erklärte, dass sie und ihre Mama sich am 8. März immer gegenseitig in pink verpackte Geschenke machten und mich fragte, wo denn von mir als Mann an jenem Tag die Blumen und die Pralinen für die weiblichen Mitarbeiter meiner Arbeitsstelle seien – da wusste ich wieder, weshalb der Weltfrauentag weiterhin auch “in unseren Breiten”* eine notwendige Einrichtung ist.

* Was ihm hier ja gerne mal abgesprochen wird.



Dear Mr President
Montag, 19. Januar 2009, 22:30 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, nachruf, polemik, politik, us-wahl

Morgen wird in Washington der neue US-Präsident vereidigt. Was auch bedeutet, dass der alte nun endlich weg ist. Acht lange Jahre Mist bauen liegen hinter George W. Bush. Das Ausmaß an dem, was dieser Mann und seine Regierungsmannschaft an Vertrauen oder auch nur Respekt gegenüber den USA (und in den USA selbst) zertrampelt haben, ist nur wenigen seiner Vorgänger gelungen. …weiterlesen



Can we kick it? Yes, we can!
Mittwoch, 5. November 2008, 00:12 Uhr
Abgelegt unter: politik, tv, us-wahl

00:05: Willkommen in meiner bescheidenen Bloghütte zu einem Live-Blog anlässlich der US-Wahl 2008, an dem ich mich jetzt einfach mal heute Nacht versuchen werde. Die Gelegenheit zu haben, sich die Nacht dafür um die Ohren schlagen zu können, muss ja für irgendwas gut sein. :)

00:08: Ich habe bereits einen polternd-nuschelnden Gerd Ruge und eine überforderte Sandra Maischberger in der ARD ertragen müssen (eben meine ich sogar kurz Wolfgang Fierek erkannt zu haben), im ZDF versucht sich Johannes B. Kerner an dem, was er nachhakende Fragen nennt. Im Moment sehe ich mich beim Durchhalten der Nacht eher am Niveau der ÖRs scheitern als an der Uhrzeit.
Wenigstens wurde der Kerner von Gayle Tufts niedergeplappert, recht so.

00:36: Vorhin hat die ARD die Dramatik der Wahl mit dem Pirates of the Carribean-Soundtrack untermalt. Ich stelle mir John McCain in der Rolle des Geoffrey Rush (Barbossa) vor…

00:45: Jörg Schönenborn hat tatsächlich grad den Oral Office-Gag in Bezug auf die Lewinsky-Affäre gebracht…

00:47: Gerd Ruge hört sich an wie eine betrunkene Mischung aus Gerhard Löwenthal und Erich Honecker, grausig!

00:59: Herrje, das too close to call ist aus dem Jahr 2000 noch traumatisch in Erinnerung. Bitte so wählen, dass es nicht so oft und nicht entscheidend heute nacht auftaucht, vielen Dank.

01:06: Erschreckend und bezeichnend: auf ARD, ZDF, RTL, Sat1, n-tv, Phoenix und N24 reden sie über die US-Wahl. Und meinem Empfinden nach sagt ausgerechnet der Live-Stream von cnn.com (und ich hab sonst keine große Meinung von cnn) zur Zeit am wenigsten Schwachsinn und ist am besten anschaubar…

01:12: Okay, prompt gibt’s auch bei cnn den ersten missglückten Vergleich: Robert Traynham sagt über den 72-jährigen John McCain, dessen Gesundheitszustand schon häufiger diskutiert wurde: “I see it this way: John McCain is on life-support right now. He needs a miracle to recover, but some people have done that, too.”

01:38: Auf cnn.com ist grad John Norris im Interview, der Markus Kavka von MTV USA, um zu berichten, dass Massen von jungen Leuten bei dieser Wahl wählen gehen.
Meine Güte, John Norris war schon Außenreporter bei den MTV Music Awards, als MTV in Deutschland noch das Programm von MTV UK gesendet hat. Ray Cokes, Steve Blame, Paul King… ich fühl mich grad alt.

02:13: Technisches Versagen. Also bei mir. Den einen Player kann ich nicht anmelden, der andere hat das “echte” cnn nicht im Angebot… ich bleib jetzt beim cnn.com-Stream, so!

02:20: Alle möglichen Staaten werden für den einen oder anderen “prognostiziert”, bei 3, 1 oder gar 0% ausgezählter Stimmen. Hm.

02:36: cnn.com sagt Obama : McCain 81:34.

02:38: ZDF: Kurze Reportage über Joe Biden bei der Debatte der Kandidaten (natürlich auch auf Youtube zu sehen).
Host: An editorial in the Los Angles times said, “In addition to his uncontrolled verbosity, Biden is a gaffe machine [Ausrutscher-Maschine"].” Can you reassure voters in this country that you would have the discipline you would need on the world stage, Senator?
Biden: Yes. (Pause)
Host: Thank you, Senator Biden.

02:45: ARD: Wieder Piraten-Musik. Und was bitte, bitte, soll Monika Lierhaus da??

03:04: CNN.comsagt: Obama : McCain: 174:49.

03:22: cnn.com: Live from the McCain campaign headquarters: Weshalb wundert es mich nicht, dass grad ein Countryblues-Sänger mit Sonnenbrille und Cowboyhut auftritt?

03:31: Der Countryblues-Sänger nölt noch immer.

03:38: Die ARD vergibt New Mexico an Obama. Das ist von der Anzahl der Wahlmänner-Stimmen nicht weiter wesentlich (5 Stück), nur sind laut cnn.com dort noch 0% der Stimmen ausgezählt…

03:47: ARD: Wolfgang Fierek spricht. Das Wort “Warum” könnte das redundanteste dieses Eintrags werden.

03:52: cnn.com färbt auf seiner Karte New Mexico blau, obwohl McCain bei 4% ausgezählten Stimmen mit 62% führt. Gut, da wird sich noch was tun. Wenn es das nicht wäre, würd’s peinlich werden.

04:23: In Virginia führt Obama mit 30.000 Stimmen, in North Carolina mit 8.500. Das psychologisch so wichtige Ohio scheint tatsächlich auch von den Republikanern zu wechseln und an ihn zu gehen.

04:41: Virginia ist wohl durch, North Carolina geht aber wohl doch an McCain. Im cnn-Livestream herrscht Grabesstille auf der John McCain-Headquarters-Party. Langweilige Live-Musik, für die es kaum Applaus gibt, und Scharen von Menschen, die sich auf den Weg nach draußen machen.

04:51: So, jetzt stimmt bei cnn die Farbe für New Mexico auch mit den Stimmen für Obama überein.

05:00: Die ersten Sender vermelden, dass Obama mit hoher Wahrscheinlichkeit Präsident ist.

05:11: Die ARD ist doof: ich erschreck mich, dass Obama schon zu seiner Siegesrede aufs Podium steigt, bis ich merke, dass sie grad eine Zusammenfassung zeigen und das sein Auftritt im Stadion von Chicago vor den 70.000 Leuten ist.

05:19: John McCain tritt aufs Podium und gesteht seine Niederlage ein. Ich muss wirklich sagen, er ist ein sehr fairen Verlierer. Und sehr viel fairer als seine Anhänger.

05:33: Obama hat bis jetzt bereits New Mexico, Colorado, Florida, Virginia, Ohio und Iowa als Staaten, in denen zuvor die Republikaner dominiert hatten, gewonnen.

05:38: Mit den zu erwartenden Gewinnen in Kalifornien etc steht der Zähler jetzt bei 338 : 155 für Obama. Es ist beruhigend, dass die äußerst knappen Rennen in Missouri, Indiana und North Carolina dadurch zu Randnotizen werden können. Kein Florida-Desaster zu erwarten.

05:59: Barack Obama tritt vor die jubelnde Menge in Chicago. (48 Stunden früher, und seine Großmutter hätte das wenigstens noch miterleben dürfen.) Er wirkt zwar glücklich, aber auch sehr beherrscht. Und das Seltsame ist: wieder macht er das, was er kann, nämlich Reden halten – im Sinne von: ausschließlich darauf scheint er sich zu konzentrieren. Auch er ist sehr freundlich zu John McCain, auch wenn ihm das natürlich leichter fällt.

06:14: Obama bedankt sich. Er findet wohlwollende Worte. Pathoserfüllte Worte. Es gibt viel zu tun, packen wir’s an. Auf in eine bessere Zukunft. Erzählt eine kleine Geschichte eines Individuums als Parabel für die große Moral von der Geschicht. Das passt alles, das ist alles schön. Und es hört sich gut an. Aber es ist mir zu vorbereitet, zu sachlich engagiert.
Ich warte und hoffe auf ein aus-dem-Bauch-heraus “Jeez, folks, thank you for makin’ this possible, this is the greatest night of my life!”

06:15: Yes, we can! ist das neue I have a dream! Zumindest, wenn man dem rhetoriischen Kniff seiner Rede glauben kann.

06:18: Die Familien von Obama und Biden stehen auf der Bühne, und zum ersten Mal scheinen sie sich zu entspannen. Die bombastische Musik ist zwar kitschig und erinnert doch sehr an Chariots of Fire, aber nun gut, zu geschichtemachenden Momenten passt einfach kein Minimalismus.

06:21: Nevada ist der siebte Staat, den Obama gewinnt, der zuvor republikanisch dominiert war.

06:38: Und damit gehe ich jetzt auch ins Bett.

Er hat’s. Er hat’s wirklich geschafft!

Weitere Live-Blogs zur Wahl unter Anderem bei coffeeandtv.de, Charming Quark und Stefan Niggemeier.

Interaktive Flash-Landkarte zur Wahl gibt’s bei cnn.com.



“Das ist Gesetz. Wo gäbe es da einen Irrtum?”
Dienstag, 28. Oktober 2008, 15:48 Uhr
Abgelegt unter: aufreger, internet-nostalgie, medien, polemik, politik, realsatire

(aus: Franz Kafka, “Der Prozeß”)

Dass die Deutsche Nationalbibliothek deutsch(sprachig)e Publikationen aus dem Printbereich sammelt, ist ein hehres Anliegen, schließlich ist der Printbereich dadurch gekennzeichnet, dass er nicht allen jederzeit zugänglich ist. Deshalb ist die Prämisse des Sammelns, Archivierens und zur Verfügung stellen dort sinnvoll.

Als ich vor mehr als einem Jahrzehnt das Internet für mich entdeckte, herrschten dort, also hier, noch etwas andere, “unsicherere” Zustände. Juristische Grauzonen, was das Kopieren und Veröffentlichen von Texten und anderen Inhalten anging, viele Websites, die auf Geocities oder ähnlich vertrauenerweckenden Hosts zugänglich waren. Deshalb speicherte ich mir damals durchaus die eine oder andere Webseite ab, man konnte ja nicht wissen, ob es die einen Monat später noch gab.

Aber das ist 10-11 Jahre her! Mittlerweile sind handfeste, werbefreie Domains für wenig Geld zu haben und auch sichere kostenlose Webhosts verfügbar, man denke nur an die zahlreichen Bloghosts. Es gibt also keinen Grund mehr, seine Festplatte mit Webpages zuzumüllen. Man kommt ja immer an die gewünschten Inhalte heran. Und falls sie an einer Stelle weg sind, gibt es Alternativen, Mirrors oder auf einer anderen Website wird dieselbe Datei zur Verfügung gestellt.

Nur: die Deutsche Nationalbibliothek will nun laut einer neuen Verordnung allen Ernstes das “deutsche” Internet archivieren. Alle Websites, die über rein private oder rein geschäftliche Inhalte hinausgehen, sollen, verkürzt gesagt, von den jeweiligen Betreibern gezippt und der DNB zugesandt werden.

Damit die DNB ein Archiv hat, von dem, was im Internet verfügbar ist. Um es zu sammeln und zu katalogisieren… Und es bleibt eigentlich nur eine Frage übrig:

Warum werden die Websites gesammelt, wenn der Raum, in dem sie ohnehin bereits komplett gesammelt und durchsuchbar sind, jedem Menschen mit PC und Internetanschluss zur Verfügung steht -

NÄMLICH IM INTERNET??



And you think Michael Palin was the funniest Palin on earth!
Dienstag, 21. Oktober 2008, 22:11 Uhr
Abgelegt unter: fundstücke, politik, us-wahl

Okay, vor einigen Wochen hatte ich die Idee, eine Linksammlung anzulegen mit bemerkenswerten Video-Ausschnitten und Textzitaten, die Sarah Palin charakterisierten oder auf den Arm nahmen.

Ich habe das dann sein lassen, denn mit so einer Sturmflut an Material kam ich nicht zurecht. Wie hätte ich den Unmengen an Original-Interview-Schnipseln, Saturday Night Live-Sketchen, Youtube-Parodien, ätzenden Editorials und der Flut von Daily Show-Ausschnitten je Herr werden können?

Aber John Cleese zu Wort kommen lassen, ist ohnehin eine gute Idee und sein kurzes Statement dazu angenehm treffend:



Can someone tell me what happened to the Greek columns I requested?
Freitag, 17. Oktober 2008, 15:56 Uhr
Abgelegt unter: fundstücke, medien, politik, us-wahl

Politiker schreiben ihre Reden (meistens) nicht selbst. Und Pointen setzen gehört erst recht nicht zu ihren Aufgaben. Wenn also beim ehrwürdigen und doch lockeren Charity-Ereignis Alfred-E.-Smith-Dinner John McCain und Barack Obama sich selbst und ihren politischen Gegner gekonnt auf die Schippe nehmen, tun sie das nicht als eine Eigenleistung, sondern durch ihre Gagschreiber.

Unabhängig davon muss ich überrascht feststellen: die Reden sind wirklich witzig. Und ja, von beiden Kandidaten. Trotz aller Aufgesetztheit und Etikette des Anlasses, trotz einer kurzen Schleimspur zum politischen Gegner, trotz der möglichen “Das gehört sich so, aber sie selbst denken was ganz anderes”-Gedanken ist es wirklich entspannend, die Kandidaten mal auf diese Weise miteinander umgehen zu sehen.

John McCain, Teil 1:

John McCain, Teil 2:

Barack Obama, Teil 1:

Barack Obama, Teil 2:

Indirekt via Anke Gröner.



Fundstücke (2)
Montag, 29. September 2008, 13:14 Uhr
Abgelegt unter: fußball, fundstücke, link, medien, politik, popkultur, sport, us-wahl

~~ USAerklärt weist darauf hin, dass die Interviews deutscher Politiker nachträglich autorisiert werden, während so etwas in der englischsprachigen Welt als ein Eingriff in die Arbeit des Journalisten angesehen wird:

Die verschiedene Vorgehensweise führt zu einem Unterschied in der Zahl der saudummen Bemerkungen von Politikern, die die Bevölkerung erreichen. Während amerikanische, australische, britische und kanadische Politiker scheinbar ständig their foot in their mouth haben, sind ihre deutschen Kollegen durch ein Netz und einen doppelten Boden vor den größten Fettnäpfchen geschützt. Entsprechend wirken sie – zumindest im Durchschnitt – rhetorisch geschickter.

~~ 11Freunde über ein doch recht bemerkenswertes Spiel meiner Lieblingsmannschaft am vergangenen Wochenende:

93. [Minute:] Schlusspfiff. Die Stürmer beider Mannschaften verabreden sich zum Après Ski, die Verteidiger gründen eine Selbsthilfegruppe. Ralf Rangnick eilt in die Kabine, um seinen ersten Roman zu verfassen: »Begrabt mein Herz an der Biegung der Weser«.
Thomas Schaaf, dessen linke Gesichthälfte seltsamerweise wesentlich faltiger ist als sein rechte, wird gefragt, ob er in Partystimmung geraten sei. Nach zehn Sekunden Bedenkzeit sagt er: »Nö.«

Aus Spaß am Spiel war das natürlich der Wahnsinn; als Fan der Heimmannschaft, die sich oben in der Tabelle positionieren will und nach 6 Spieltagen pro Spiel 2 Gegentreffer gekriegt hat, wird mir aber doch langsam mulmig.

~~ Manuel Andrack vermutet ein baldiges Ende von Schmidt & Pocher. Was ich sehr begrüßen würde, denn fortgeführte Leichenfledderei an einer ohnehin unterirdischen Sendung ist einfach geschmacklos.