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	<title>Du spürst das Gras... &#187; popkultur</title>
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	<description>...hier und da bewegt sich was, es macht dir Spaß, nein es ist nicht nur das...</description>
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		<title>Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 17:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[hirnwindung]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[polemik]]></category>
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		<description><![CDATA[So lautet der Untertitel von Douglas Couplands Buch &#8220;Generation X&#8221;. Das im Jahr 1991 erschienen ist. Herrje, vor gut 18 Jahren also. Zu der Zeit stieg die beschriebene Beschleunigung noch so gemächlich an, dass Handys nicht verbreitet waren und nicht annähernd die bescheidenen Außenmaße hatten, wie wir sie jetzt kennen. Das Internet war zwar da, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So lautet der Untertitel von Douglas Couplands Buch &#8220;Generation X&#8221;. Das im Jahr 1991 erschienen ist. Herrje, vor gut 18 Jahren also. Zu der Zeit stieg die beschriebene Beschleunigung noch so gemächlich an, dass Handys nicht verbreitet waren und nicht annähernd die bescheidenen Außenmaße hatten, wie wir sie jetzt kennen. Das Internet war zwar da, wurde aber nicht von einer breiten Masse verwendet, und die Übertragung größerer Datenmengen, wie sie für Musik oder gar Videos benötigt wurden, waren im wahrsten Sinne des Wortes Zukunftsmusik.</p>
<p>Was war das spannend und schön, diese ganze technische Revolution und die damit verbundene kulturelle/soziologische Veränderung bewusst mitzuerleben, besonders, wenn man noch die Zeit &#8220;vor dem Internet&#8221; kennt.</p>
<p>Noch in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts gab es kein Youtube, und <em>user generated content</em> wurde zu einem überwiegenden Teil durch html-Kenntnisse ermöglicht.</p>
<p>Ich bin jetzt Ende 30 und kenne in groben Zügen HTML und CSS, ich habe eine Website betrieben, ich schreibe in einem Blog, lese meine RSS-Feeds von anderen Blogs und lese mehr Online-Inhalte als Tageszeitunge. Bezogen auf den Teil meiner Freunde, die nicht jünger sondern in meinem Alter sind: Gegenüber denen bin ich, ich muss es so sagen, in Sachen Internet-Affinität voraus. So seltsam sich das auch für mich selbst sowie für jeden unter 30 anhören muss.</p>
<p>Ich liebe das alles, die Vernetzung, die Möglichkeiten, den Zugriff auf so unglaublich viel Musik, Film, Information, Meinungsaustausch. Mein DSL- ist mir wichtiger als mein Telefon-Anschluss.</p>
<p>Trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich denke, dass Couplands Untertitel erst heutzutage so richtig greift. Denn ich werde den Eindruck nicht los, dass die Informationsmöglichkeiten meinen Kenntnisstand etwas schizophren werden lassen:</p>
<p>Auf der einen Seite kann ich mich genauer als je zuvor über alle z.B. politischen Vorgänge informieren, mein Hintergrundwissen hat subjektiv mit der Hilfe des Internets tatsächlich zugenommen. Einfach, weil man mal eben (und dieses nebenbei-hafte ist dabei sehr wichtig) Stichworte wie &#8220;Überhangmandat&#8221; nachschauen kann. Und eben auch so etwas wie &#8220;CDU-Spendenaffäre&#8221;, das man im Brockhaus (ein Lexikon, die deutlich Älteren werden sich erinnern) garantiert nicht finden konnte.</p>
<p>Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass ich immer weniger einen Überblick über die tagesaktuellen politischen Geschehnisse habe. Woher kommt es, dass ich den Eindruck habe, früher &#8220;besser&#8221; darüber informiert gewesen zu sein,  wer sich wo wie geäußert hat oder wer welches Gesetz durchdrücken will?</p>
<p>Dauerten Skandale (Bestechung, üble Nachrede, Nazi-Vergleiche, ungeschickte Äußerungen, Gesetzesänderungs-Vorschläge, Umweltverschmutzung durch Konzerne, was auch immer) früher wirklich länger oder mahlten die Medien-Mühlen einfach langsamer, weil sie ausschließlich von Presse und TV geprägt waren?</p>
<p>Weshalb kann ich mich immer noch an politische Fehltritte der 80er und 90er erinnern, musste aber bei <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs">Rob Savelbergs wunderschöner Frage an Frau Merkel</a> tatsächlich kurz überlegen, wie das mit dem Schäuble und der Spendenaffäre  noch war? Und nicht nur die Skandälchen: wann war nochmal die Tsunami-Welle, wann genau wurde Hartz IV eingeführt, wann bekam Kofi Annan seinen Nachfolger&#8230;</p>
<p>Es geht nicht um die einzelne Information &#8211; von der einzelnen Information kann man sagen, sie sei unwichtig und man könne auch ohne sie gut leben. Es geht mir um den Überbau: ich habe den Eindruck, als wenn ich in diesem Jahrzehnt immer weniger einen Überblick über das Geschehen in der Welt, in Europa oder einfach in Deutschland habe.</p>
<p>Und dieses Phänomen breitet sich auf jeden anderen Aspekt meines Lebens aus: ich bestelle fast beliebig CDs aus den USA, die mir über Neuseeland unterhalb des deutschen Ladenpreises geliefert werden, und ich habe mit Youtube, last.fm und myspace mehr Zugriff auf solche Massen von Musikstilen und Bands, als ich jemals hören kann. Ich könnte deshalb Anhänger eines <strong>einzigen</strong> Musikstils sein, und würde doch nicht mehr hinterherkommen.</p>
<p>Das, was VHS nicht leisten konnte, ist Wirklichkeit geworden: dass ich auf alle möglichen (okay, stimmt nicht, aber auf verdammt viele!) Klassiker oder skurrilen Nischenprodukte der Filmgeschichte Zugriff habe. Bis man auf VHS auf so etwas wie eine Originalfassung eines simplen Bogart-Films herankam, waren <a href="http://www.duspuerstdasgras.de/2008/04/10/und-was-sammeln-wir-jetzt-oder-das-kunstwerk-im-zeitalter-seiner-standigen-verfugbarkeit/">viel Geld und viel Geduld nötig</a>, oder aber man resignierte lieber gleich. Das ist im Jahrzehnt der DVD dankenswerterweise anders.</p>
<p>Nur: Filme haben inzwischen eine Halbwertzeit von vier Wochen, bevor sie in den kleinsten Saal des Multiplexes rutschen, und drei Monate später kommen DVD und Blu-Ray sowieso raus. Okay, manchmal sind&#8217;s auch fünf Monate.</p>
<p>Das hat zur Folge, dass sich in immer mehr Bereichen meines Lebens eine Atemlosigkeit breitmacht: Filme sind aus dem Kino verschwunden, bevor ich sie registriert habe, Musik wird immer schneller der Schnee von gestern und ich überlege, wie ich Internet-Portale überhaupt noch überfliegen kann, ohne nicht zwei Stunden für reine Informationsaufnahme zu veranschlagen.</p>
<p>Und damit habe ich popkulturelle Phänomene wie das Kennen des neuesten Youtube-Hypes noch nicht mal erwähnt.</p>
<p>Es ist wunderschön, dass es all diese Möglichkeiten gibt, aber es wird zu viel. Das Grundrauschen, zwischen dem ich zu orten versuche, was wichtig, interessant und schön für mich ist, wird mir allmählich zu laut.</p>
<p>In jedem politischen oder auch popkulturellen Bereich wird jede Sau, ob nun positiv oder negativ,  immer schneller durchs Medien-Dorf getrieben, und dementsprechend muss auch immer schneller eine neue Sau gefunden werden. Mittlerweile rennen so viele Säue gleichzeitig durchs Dorf, dass man schon von Schweinpanik sprechen könnte.</p>
<p>Oder webzweinullig gesagt: Ich glaube, ich leide unter &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=jpEnFwiqdx8">Did You Know</a> <sup class='footnote'><a href='#fn-557-1' id='fnref-557-1'>1</a></sup> Stress Disorder&#8221;[tm].</p>
<p>Die Lösung, sich aus all dem zurückzuziehen, gefällt mir jedoch nicht. Denn es handelt sich ja um Aspekte meines Lebens, die ich schätze. Sie werden nur immer schwerer in ihrer Komplexität greifbar.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-557-1'>Ich weiß, dass es eine <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6ILQrUrEWe8">aktuellere Version</a> des Videos gibt (was für eine Ironie bei diesem Thema), aber die 3.0-Version ist erstens immer noch sehenswert und zweitens passt sie besser zu diesem Eintrag. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-557-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>And now for a completely different birthday</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 17:36:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[tv]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wird John Cleese 70! Herzlichen Glückwunsch und danke für die Musik Sketche!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=zP0sqRMzkwo"></a><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/zP0sqRMzkwo" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/zP0sqRMzkwo"></embed></object></p>
<p>Heute wird John Cleese 70! Herzlichen Glückwunsch und danke für die <span style="text-decoration: line-through;">Musik</span> Sketche!</p>
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		<title>Ich spieße, also bin ich &#8211; oder: Die Umhängetasche als Wurzel allen Übels</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 19:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[polemik]]></category>
		<category><![CDATA[popkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Gebrauchsgegenstand kann soziologischer Sprengstoff stecken. Denn jeder, der eine Umhängetasche trägt und vielleicht schon Mitte 30 ist, ist nicht erwachsen. Sagt zumindest Martin Reichert in Wenn ich mal groß bin. Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Fischer Verlag, 2008). Es ist kein Sachbuch, denn dazu ist es zu unsachlich. Als Polemik geht es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Gebrauchsgegenstand kann soziologischer Sprengstoff stecken. Denn jeder, der eine Umhängetasche trägt und vielleicht schon Mitte 30 ist, ist nicht erwachsen. Sagt zumindest <em>Martin Reichert</em> in <strong>Wenn ich mal groß bin. Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche </strong>(Fischer Verlag, 2008).</p>
<p>Es ist kein Sachbuch, denn dazu ist es zu unsachlich. Als Polemik geht es wohl noch durch.</p>
<p>In diesem Buch setzt Reichert voraus. Und zwar ständig.<br />
Die Leserschaft, die von ihm, total erwachsen, gesiezt wird, sitze ja vor einem MacBook, das ja die Eltern oder Großeltern der Leserschaft spendiert hätten.<br />
Die Leserschaft verstehe sich ja in langzeitadoleszenter Manier auf dem Job immer besser mit den Praktikanten als mit den Arbeitskollegen.<br />
Sie würde bestimmte Klamotten tragen (Kapuzenshirts! Converse!).<br />
Sie würde immer noch Pop-Musik hören. Mit einem iPod.<br />
Sie würde keine vernünftigen Möbel besitzen, sondern immer wie &#8220;auf dem Sprung&#8221; eingerichtet sein.</p>
<p>Wer es noch nicht begriffen haben sollte: all diese Dinge sind daneben und ziemen sich selbstverständlich nicht mehr, wenn man laut Reichert (Jahrgang 1973) wirklich erwachsen ist.</p>
<p>Auch im Job, wo &#8220;man&#8221; sich ja als Freelancer durchschlägt, hat &#8220;man&#8221; Angst vor den ehrgeizigen, jüngeren Emporkömmlingen und ist besonders deshalb in der Karriere noch nicht vorangekommen, weil &#8220;man&#8221; sich eben in berufsjugendlicher Art nicht genug bemüht hat. (Ist so ein Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt jetzt altbacken, naiv oder zynisch?)</p>
<p>Dass jemand überdenken sollte, ob er für die wieder in Mode gekommenen Röhren-Jeans noch die passende Figur hat, ist ein Allgemeinplatz Reicherts, der weder für eine Generation noch für einen selbstständig denkenden Menschen überhaupt einen Mehrwert hat. Deswegen genügt ihm diese Aussage auch nicht, sondern er muss noch einen draufsetzen:</p>
<blockquote><p>Es kann Sie ja niemand zwingen – aber ist Ihr jetziger Kleidungsstil wirklich das Nonplusultra für den Rest Ihres Lebens? Soll das immer so weitergehen?</p></blockquote>
<p>Ein erwachsener Mensch ist &#8220;ordentlich&#8221; gekleidet [Ach was?!].</p>
<p>Außerdem müsse man doch endlich einsehen, dass man nicht mehr so viel Alkohol verträgt, und so oft Party machen ginge ja nun auch nicht mehr. Und man soll sich gefälligst eine(n) feste(n) Sexualpartner(in) suchen. Des Weiteren schaue man zuviel infantile Comedy, erwachsener Humor hingegen sei so etwas wie <em>Dittsche</em>.</p>
<p>Außerdem soll, bahnbrechender Tipp, keine Poser-Karre, sondern ein sparsames und vernünftiges Auto gefahren werden, von dessen Rücksitz aber der Schlafsack des Roskilde-Festivals 2002 endlich entsorgt werden soll(?).<br />
Und nicht immer alles fotografieren, sondern es auch wirklich selbst erleben.</p>
<p>Der eine oder andere Satz in diesem Buch ist nicht grunsätzlich verkehrt. Auch das eine oder andere Detail ist würdig, darüber nachzudenken. Aber selbst diese wenigen ansprechenden Punkte sind wieder als herablassender Ratschlag formuliert und werden vom Autor manisch in die Kategorien &#8220;unerwachsen/schelcht&#8221; und &#8220;erwachsen/gut&#8221; einsortiert.</p>
<p>Das gesamte Buch hindurch nimmt Martin Reichert an, was seine Leserschaft macht, wie seine Leserschaft denkt, wie sie aussieht, wie sie sich benimmt und was sie will oder nicht will.<br />
Und dann beschreibt er, dass Erwachsene anders sind als seine Leserschaft. Er sagt also, dass Erwachsensein anders ist als das, was er von seinen Lesern <em>annimmt</em>(!)&#8230;</p>
<p>Permanent legt er den Lesern Worte in den Mund oder Verhaltensweisen nahe, um dann mit erhobenem Zeigefinger den nervenden Großonkel auf einer Familienfeier zu spielen, der einen schon immer mit &#8220;Wenn du erst mal verheiratet bist&#8221;-Sprüchen genervt hat.</p>
<p>Wer eigentlich gleich diese ganze &#8220;Generation&#8221; sein soll, gegen die Reichert sich richtet, wird im gesamten Buch nicht klar, spätestens ab Seite 10 fragt man sich: &#8220;Welche seltsamen Exemplare unserer Gesellschaft hat dieser Mann getroffen und weshalb meint er darin eine ganze Generation zu erkennen?&#8221;</p>
<p>Vielleicht soll so manche Formulierung sogar ironisch und nicht so ernst gemeint sein, damit verstieße der Autor aber gegen seine eigenen Grundsätze, denn als Erwachsener hat man die Dauerironie ja hinter sich gelassen. Und 235 Seiten kann man nicht mit Ironie oder &#8220;lockerem Ton&#8221; rechtfertigen.<br />
Und so bleibt nur der Schluss, dass er sein vor Arroganz triefendes Dozieren tatsächlich ernst meint.</p>
<p>Weshalb die Frage bleibt, was genau Reichert da eigentlich so vehement verurteilt und was er so dringend als erwachsenes (sprich: &#8220;richtiges&#8221;) Verhalten verteidigen möchte.</p>
<p>Denn: ist es besonders erwachsen, sich über eine Unmenge von Gegenständen, Ansichten, Verhaltens- und Lebensweisen in panischer Manier Gedanken zu machen, ob diese auch wirklich absolut zu einem &#8220;erwachsenen&#8221; Erscheinungsbild passen?</p>
<p><strong>Wenn ich mal groß bin</strong> ist ein widerliches, nervtötendes Buch, dessen Autor mit erhobenem Zeigefinger und in herablassendem Ton seine eigene ekelerregende unfassbare Spießigkeit als fortschrittliche Änderung der Lebensweise einer ganzen Generation verkaufen will. Einer Generation, die so alt ist wie er, die er aber ablehnt. Weil er ja jetzt erwachsen ist.</p>
<p>Ein Geisterfahrer? Tausende!</p>
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		<title>Fröhlichen Handtuch-Tag!</title>
		<link>http://www.duspuerstdasgras.de/2009/05/25/frohlichen-handtuch-tag/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 17:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[popkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ist natürlich Towel Day. Und herrje, ist es wirklich schon acht ganze Jahre her, dass Douglas Adams von uns gegangen ist?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" title="Towel Day" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Towelday-Innsbruck.jpg" alt="" width="450" height="600" /></p>
<p>Heute ist natürlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Towel_Day" target="_blank">Towel Day</a>. Und herrje, ist es wirklich schon acht ganze Jahre her, dass Douglas Adams von uns gegangen ist?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Tuet Buße, denn das Ende ist nah!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 16:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[polemik]]></category>
		<category><![CDATA[popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[realsatire]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie werden uns überrollen, sie werden uns vernichten, ein Virus, oder mindestens sowas wie die Körperfresser! Jedenfalls was Ekelhaftes! Wir schreiben das Jahr 2009, und seit ungezählten Monden wird jedes Mädchen unter 18 Jahren von einer finsteren Macht dahingehend manipuliert, wie ein Klon von Gülcan Kamps, Johanna Klum, Collien Fernandes oder ein Mitglied von Monrose [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie werden uns überrollen, sie werden uns vernichten, ein Virus, oder mindestens sowas wie die Körperfresser! Jedenfalls was Ekelhaftes!</p>
<p>Wir schreiben das Jahr 2009, und seit ungezählten Monden wird jedes Mädchen unter 18 Jahren von einer finsteren Macht dahingehend manipuliert, wie ein Klon von Gülcan Kamps, Johanna Klum, Collien Fernandes oder ein Mitglied von <em>Monrose</em> auszusehen. Und wen das Grauen jetzt noch nicht gepackt hat, dem sei gesagt, dass das ultimativ Böse seinen Opfern nicht nur das Aussehen, sondern auch den entsprechenden IQ verpasst.</p>
<p>Sie unterwandern die ganze Gesellschaft, sie sind überall, rettet Euch und Eure Kinder, solange Ihr noch könnt&#8230;! Raaaaah!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Rezensentenrezession</title>
		<link>http://www.duspuerstdasgras.de/2009/01/11/rezensentenrezession/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 22:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[polemik]]></category>
		<category><![CDATA[popkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass viele Menschen in Deutschland synchronisierte Fassungen von fremdsprachigen Filmen bevorzugen, kann ich in bestimmten Fällen nachvollziehen, da mein Französisch nur zum Bestellen von Croissants und Milchkaffee langt, und meine Kenntnisse in Japanisch, Italienisch, Spanisch oder Chinesisch schlicht nicht vorhanden sind. Dass viele allerdings auch gleich bei der ersten Fremdsprache Englisch kapitulieren, finde ich gelinde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass viele Menschen in Deutschland synchronisierte Fassungen von fremdsprachigen Filmen bevorzugen, kann ich in bestimmten Fällen nachvollziehen, da mein Französisch nur zum Bestellen von Croissants und Milchkaffee langt, und meine Kenntnisse in Japanisch, Italienisch, Spanisch oder Chinesisch schlicht nicht vorhanden sind.<br />
Dass viele allerdings auch gleich bei der ersten Fremdsprache Englisch kapitulieren, finde ich gelinde gesagt bedauerlich, aber selbst dafür kann es Gründe geben.</p>
<p>Nun haben wir da gelegentlich eine DVD, auf der sich eine restaurierte Fassung eines (englischsprachigen) Films befindet, mit Filmszenen, die vorher fehlten; diese Filmszenen <strong>können</strong> dementsprechend damals, als der Film zuerst rauskam, noch gar nicht synchronisiert worden sein. Da manche Synchronisationen locker über 50 Jahre alt sind, leben manche Inhaber der deutschen Stimmen auch schlicht nicht mehr und man kann sie nicht mehr ins Studio zerren. Deshalb sind die entsprechenden hinzugefügten Szenen im Film auf Englisch enthalten, wie denn auch sonst?<br />
Und überhaupt: der Film ist jetzt näher an der Vollständigkeit, als damals zu sehen war – das ist was <strong>GUTES!</strong></p>
<p>Wenn es dann Leute gibt, die so sehr den deutschsprachigen Ton erwarten, dass sie die DVD <a href="http://www.amazon.de/review/R2JXTKZ1IIP3DG/ref=cm_cr_rdp_perm" target="_blank">negativ</a> <a href="http://www.amazon.de/review/R38QDJE4II5H9P/ref=cm_cr_rdp_perm" target="_blank">bewerten</a>, weil &#8220;der Ton immer sinnlos zwischen englisch und deutsch wechselt&#8221;[!!!!], dann fällt es mir echt schwer, angesichts so viel Dumpfheit nicht ausfallend zu werden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Tita hüpf!</title>
		<link>http://www.duspuerstdasgras.de/2008/10/17/tita-hupf/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 19:41:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[polemik]]></category>
		<category><![CDATA[popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[tv]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Polylux-Redaktion, ich bin 38 Jahre alt [Orchester-Akkord, Reifenquietschen, rasante Kamerafahrten auf entsetzte Gesichter von Passanten in den Straßen, verzweifelte "Nein!"-Rufe und Angstschreie, "Mann krass, Alde, ischglaubdasnich, und so'n Jopi Heesters hab ich gelesen, ey!", kopfschüttelnd vorne rechts aus dem Bild laufend]. [mit säuerlicher Miene meine in solchen Situationen unvermeidliche Grampa-Simpson-Stimme aufsetzend:] Warum schreien die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Polylux-Redaktion,</p>
<p>ich bin 38 Jahre alt [Orchester-Akkord, Reifenquietschen, rasante Kamerafahrten auf entsetzte Gesichter von Passanten in den Straßen, verzweifelte "Nein!"-Rufe und Angstschreie, "Mann krass, Alde, ischglaubdasnich, und so'n Jopi Heesters hab ich gelesen, ey!", kopfschüttelnd vorne rechts aus dem Bild laufend].</p>
<p>[mit säuerlicher Miene meine in solchen Situationen unvermeidliche Grampa-Simpson-Stimme aufsetzend:]<br />
Warum schreien die Leute grade so, und worauf wollte ich eigentlich hinaus?</p>
<p>Ach ja:<br />
Herr Niggemeier hat mal Eurer Ansicht nach ganz gemein <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/polylux/" target="_blank">über Euch geschrieben</a>, dass Eure Sendung nur noch in einem Sinne funktioniere, nämlich &#8220;als Gradmesser, um das Ende eines Trends zu bestimmen: &#8216;Ist XY eigentlich noch angesagt oder hat ‚Polylux’ schon was drüber gemacht?&#8217;&#8221;</p>
<p>Nach langer Zeit hab ich gestern mal wieder bei Euch reingeschaut, und in besagter Sendung vom 16.10.2008 habt Ihr <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qoLvKujvEIs" target="_blank"><strong>Jumpstyle</strong></a> als neuen Jugend-Tanz-Trend vorgestellt. Obwohl ich nun oben erwähntes Alter erreicht habe, habe ich vor ungefähr einem dreiviertel Jahr zum ersten Mal davon gehört und prompt die ersten Youtube-Videos gesehen, die es zu der Zeit schon mindestens ein halbes Jahr gab.<br />
Mittlerweile wird man dort mit Videos aus der Richtung erschlagen, auch mit solchen, in denen nicht nur 10 einsame Streiter, sondern ganze Fantreffen zu sehen sind.</p>
<p>Mein Empfinden: Der Tanzstil hat Step-Anleihen und sieht auch ein bisschen wie Breakbeat auf Valium aus, höhö (damals, frühe Prodigy und so, sehr sympathisch). Die Musik hat vom Stumpfheitsgrad her Charly-Lownoise-, Gabber- und Scooter-Anleihen (nicht sehr sympathisch). Uuuund abgehakt.<br />
Ob ich selbst so tanzen will, steht auf einem anderen Blatt. Hätt ich aber drauf. Locker. Klar. Kein Ding.</p>
<p>Also, ich bin ja grundsätzlich der Auffassung, dass wir in den nächsten Jahren, noch mehr als jetzt schon, eine Gleichzeitigkeit von Trends haben werden, die von niemandem mehr komplett kartografiert werden kann, weshalb es immer häufiger vorkommen wird, dass man von Dingen hört, die &#8220;in anderen Kreisen&#8221; schon lange in oder schon wieder out sind.</p>
<p>Aber wenn Ihr Polyluxer schon für Euch in Anspruch nehmt, ein aktuelles Lifestyle-Magazin zu sein: werdet Ihr nicht skeptisch, wenn ausgerechnet <strong>ich</strong> (und deshalb das Intro dieses Textes) Euch diese Infos so auftischen kann?<br />
Außerdem lautet Euer Urteil &#8211; wie frisch, wie raffiniert in der Formulierung &#8211; &#8220;Der Tanz sieht ziemlich seltsam aus.&#8221;<br />
Die distanzierende süffisante Ironie im Off-Kommentar funktioniert übrigens nur dann gut, wenn sie nur dosiert eingesetzt wird. Ansonsten wird da nämlich angestrengt-herablassendes Berlin-Mitte-Geplapper draus. Das man genau deshalb am besten ignoriert.</p>
<p>Aber wer tatsächlich jemandem Raum gibt, der die Plastik-Umhängetasche zum Symbol fürs Nicht-Erwachsenwerden erklärt, nimmt sowas vermutlich ohnehin nicht mehr wahr.</p>
<p>Herr N. hatte wohl wirklich recht. Wieder eine Sendung, bei der ich nicht das Gefühl zu haben brauche, etwas zu verpassen, wenn ich sie nicht sehe.</p>
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		<title>&#8216;Deutschland sucht den Superstar&#8217; ist die beste Show im deutschen Fernsehen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 20:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
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		<category><![CDATA[popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[realsatire]]></category>
		<category><![CDATA[tv]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit gar nicht erst jemand fragt, was mit Jan passiert sei und wer an seiner Stelle solche Einträge verfasst: die Überschrift entspricht nicht etwa meiner Meinung; es ist vielmehr so, dass DSDS allen Ernstes den Deutschen Fernsehpreis 2008 in der Kategorie &#8220;Beste Show&#8221; gewonnen hat. Gegen Das weiß doch jedes Kind und Germany&#8217;s Next Topmodel&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit gar nicht erst jemand fragt, was mit Jan passiert sei und wer an seiner Stelle solche Einträge verfasst: die Überschrift entspricht nicht etwa meiner Meinung; es ist vielmehr so, dass <em>DSDS</em> allen Ernstes den Deutschen Fernsehpreis 2008 in der Kategorie &#8220;Beste Show&#8221; gewonnen hat.<br />
Gegen <em>Das weiß doch jedes Kind</em> und <em>Germany&#8217;s Next Topmodel</em>&#8230;</p>
<p>Bevor nun also das Eindreschen auf die Sendung beginnt, möchte ich noch kurz auf zweierlei hinweisen:<br />
1. Meine eigene Kritik am deutschen Fernsehen bekommt demnächst einen eigenen Eintrag, hier geht&#8217;s um die Verleihungs-Show vom Sonnabend/Sonntag mit ihrem sympathischen Skandälchen.<br />
2. Ich habe die Übertragung der Verleihung, die das ZDF mit 24 Stunden Verspätung ausstrahlte, tatsächlich <em>gesehen</em>. Wie <a href="http://www.dwdl.de/article/story_18102,00.html" target="_blank">DWDL mitteilt</a>, sind einige ganz üble Ausrutscher der Show allerdings gar nicht gesendet worden (z.B. danebengegangene Witze von Lafer/Lichter; welches Kleinod an sprühendem Witz uns Zuschauern da wohl vorenthalten wird).</p>
<p>Das Überraschendste zuerst:<br />
Thomas Gottschalk war tatsächlich <em>nicht</em> der Reinfall des Abends. Er war, nicht nur für seine Verhältnisse, locker und selbstironisch und machte den Eindruck, als könne er dem Deutschen Fernsehpreis durch seine Moderation eine Wichtigkeit verleihen, die dieser gar nicht besitzt (im Gegensatz zu dem Oscar-esken Musik-Bombast-Kitsch, der durch seine Unangemessenheit immer wie eine selbstironische Brechung wirkte). Sogar seine Laudatio auf MRR war zumindest okay. Das wird meine Dauerkritik an ihm zwar nicht groß besänftigen, aber für diesen Abend war das wirklich in Ordnung.</p>
<p>Sogar bei den Dankesreden gab es einen amüsanten Moment, als Michael Gwisdek als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet wurde: die Familie seiner Frau habe im Vorfeld der Ausstrahlung von <em>Das Wunder von Berlin</em> in ihrem privaten Umfeld Werbung betrieben, dass &#8220;der Mann ihrer Tochter&#8221; dort mitspiele, und kam hinterher in Erklärungsnöte, weil die Nachfrage lautete, ob sie tatsächlich Heino Ferch geheiratet habe.</p>
<p>Damit sind dann die guten Momente, die die Veranstaltung an sich verteidigen könnten, allerdings auch schon fast erzählt (neben dem Duo ohne Rolf als Laudatoren ohne gesprochene Worte finden sich die wenigen weiteren unten im Text). Denn dass das Niveau schlagartig sinkt, sobald Atze Schröder den Raum betritt und auch nur ein paar Sätze sagt, versteht sich von selbst. Ebenso bei Ingolf Lück, der eine quälend lange Nummer vor einem Bluescreen zum Schlechtesten gibt, um irgendwann endlich die Nominierten für die Special Effects anzukündigen. Und auch andere wie Jan-Josef Liefers, Stephanie Stumph (samt Vater Wolfgang) oder Stefan Aust und Helmut Markwort bewiesen, dass jeder die Fähigkeit hat, eine noch so geplante Laudatio trotzdem unterhalb der Erträglichkeitsgrenze zu versenken.</p>
<p>Es gab eine Kategorie &#8220;Beste Reality&#8221;, anmoderiert von Barbara Salesch und Alexander Hold: <em>3 Bewerber ein Job</em>, <em>Teenager außer Kontrolle</em> und der &#8220;Gewinner&#8221; <em>Die Ausreißer – Der Weg zurück</em>. Kein Kommentar.</p>
<p>Der Moment, der mir spätestens klarmachte, dass Fernsehschaffende der übelsten Formate frei von jeder Selbstreflexion sind, weil sie nur so ihre eigene Schamgrenze ignorieren können, war derjenige, als Ute Biernat (die Produzentin von <em>DSDS</em>) zu ihrer Dankesrede anhob. Wörtlich sagte sie:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich erzähl Ihnen jetzt mal das Erfolgsgeheimnis von <em>Deutschland sucht den Superstar</em>:<br />
Für <em>Das weiß doch jedes Kind</em> müssen Sie schlau sein, für <em>Germany&#8217;s Next Topmodel</em> müssen Sie schön sein, für <em>DSDS</em> ist beides nicht zwingend nötig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und dann sollte also Marcel Reich-Ranicki einen Preis bekommen, wie das Ganze ablief, ist selbstverständlich bereits bei <a href="http://www.youtube.com/watch?v=jsbhA64PvwA" target="_blank">Youtube nachzuschauen</a>.</p>
<p>Das <a href="http://www.fernsehlexikon.de/3232/saupreis-zu-viel-der-ehre/" target="_blank">Fernsehlexikon</a> wies bereits auf das Kuriosum des Ehrenpreises hin:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Idee war schon so putzig wie der ganze Deutsche Fernsehpreis an sich, einen Literaturkritiker, der im Fernsehen genau zwei Sendereihen gestaltet hat, die er sinngemäß damit zubrachte, den Menschen zu empfehlen, lieber Bücher zu lesen als fernzusehen, mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk wegen seiner Verdienste um das Fernsehen auszuzeichnen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ebendort findet sich auch ein Text von <a href="http://www.fernsehlexikon.de/3257/bastian-pastewka-keine-sendung-fuer-marcel-reich-ranicki/" target="_blank">Bastian Pastewka</a> (den ich in Teilen seiner Arbeit sehr schätze), in dem dieser MRRs Auftritt kritisierte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus Krisengebieten [...], Fernsehfilm-Autoren, Nachrichten-Mitarbeiter, Cutter oder auch nur die zwei sympathischen älteren Herren von Eurosport gedacht haben&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn man es so betrachtet, hätte Pastewka sogar recht, aber ich sehe Reich-Ranickis Kritik anders, denn er hat ja nicht gesagt &#8220;Alle Preisträger sind unwürdig&#8221;, sondern er hat die <strong>Show</strong> bis zu diesem Zeitpunkt kritisert, die unwitzig-peinlichen Showeinlagen, die nichtssagenden Filmausschnitte (was bei Ausschnitten, die Preiswürdigkeit näherbringen sollen, besonders ungünstig ist), und als Ausgezeichneter in einer Reihe mit <em>DSDS</em> genannt zu werden, ist nun wahrlich nicht besonders schmeichelhaft. All dies wird durch <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E1B70FFD6B6BC40189C2A2893F32AA084~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">seinen Nachtrag in der FAZ</a> noch deutlicher.</p>
<p>Dazu passt als weitere unfreiwillige Selbstreferenz, dass als beste Comedy ausgerechnet (aber berechtigt) das die deutsche TV-Landschaft sezierende Team von <em>Switch Reloaded</em> ausgezeichnet wurde.</p>
<p>Schön auch im weiteren Verlauf Gottschalks Ankündigung des nächsten Laudators, der literaturinteressiert sei, da er die Tochter von Martin Walser geheiratet habe: &#8220;Mit der herzlichen Bitte, seinem Schwiegervater auszurichten, dass mir sein Buch &#8220;Tod eines Kritikers&#8221; gut gefallen hat: Edgar Selge!&#8221;</p>
<p>Die unvermeidlichen Senta Berger (Laudatio) und Veronica Ferres (ausgezeichnet als beste Schauspielerin. Nein, das ist kein Scherz) mussten natürlich auch noch ihren Auftritt haben, Letztere hat doch noch die Kategorie <em>Heulattacke während der Dankesrede</em> abgehakt.</p>
<p>Schnitt, Kamera und Musik wurden, zumindest in der ausgestrahlten Fernsehfassung, dreisterweise komplett weggelassen. Trotzdem dauerte es elendig lang, bis die Veranstaltung endlich zuende war.<br />
Nämlich zweieinhalb Stunden.<br />
<strong>Ohne</strong> Werbepausen.<br />
Die Oscar-Verleihung dauert mittlerweile noch dreieinhalb Stunden.<br />
<strong>Mit</strong> Werbepausen&#8230;</p>
<p>Genau hier merkt man, was an der ganzen Sache falschläuft: die pompöse große Inszenierung suggeriert, dass hier weitgehend hohe Qualität ausgezeichnet wird und dass der Deutsche Fernsehpreis ein Oscar-ähnliches Ereignis im Showbusiness-Kalender und beim tratsch-affinen Publikum sei.<br />
Gleichzeitig werden allen Ernstes Preise in der Kategorie &#8220;Beste Reality-Sendung&#8221;(!) vergeben und Atze Schröder darf auftreten. Wer in all dem weder einen Widerspruch noch erdrückende Beweislast für schlechten Inhalt sieht, versteht auch nicht, weshalb sich MRR so aufgeregt hat.</p>
<p>Es war zwar der Auftritt eines alten Mannes, dem man vorwerfen kann, dass er Vieles im deutschen Fernsehen gar nicht kenne; aber man sollte nicht den Fehler machen, ihm zu unterstellen, er habe &#8220;das ganze deutsche Fernsehprogramm&#8221; schlechtgemacht.<br />
Er hat, wenn auch in granteligen und manchmal etwas wirren Worten kritisiert, dass die Veranstaltung selbst drei Nummern zu groß, entsetzlich platt und pseudo-glamurös inszeniert wird sowie von Längen und Peinlichkeiten durchsetzt ist.</p>
<p>Und dass nicht nur durch eine ohnehin langweilige Fernsehkritik auf Spiegel Online, sondern durch einen der Preisträger, die mittendrin sind, endlich mal das Offensichtliche kundgetan wurde, war sehr befreiend und hat dem Deutschen Fernsehpreis wenigstens einen erinnerungswürdigen Moment beschert.</p>
<p>[EDIT, 14. Oktober: RTL hat sich übrigens von der Kritik Reich-Ranickis empört distanziert, wie Stefan Niggemeier festgestellt hat. Allerdings mit einem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/qed/" target="_blank">Newsletter</a>, den man nur noch als Eigentor bezeichnen kann.]</p>
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		<title>You&#8217;ve got to work hard if you want anything at all</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 13:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[popkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[(Depeche Mode, &#8220;Work Hard&#8221;, B-Seite der &#8220;Everything Counts&#8221;-Single, 1983) James Brown war &#8220;the hardest working man in showbusiness&#8221;? Oder arbeiten die Stones noch härter, wenn sie auch in 20 Jahren noch mit Gehhilfe auf der Bühne gekarrt werden? Oder sind es Die Ärzte, deren Endlostourneen sie nach jeder Albumveröffentlichung in jede deutsche Stadt mit mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Depeche Mode, &#8220;Work Hard&#8221;, B-Seite der &#8220;Everything Counts&#8221;-Single, 1983)</em></p>
<p>James Brown war &#8220;the hardest working man in showbusiness&#8221;?<br />
Oder arbeiten die Stones noch härter, wenn sie auch in 20 Jahren noch mit Gehhilfe auf der Bühne gekarrt werden?<br />
Oder sind es Die Ärzte, deren Endlostourneen sie nach jeder Albumveröffentlichung in jede deutsche Stadt mit mehr als 500 Einwohnern bringen?</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/video/video-37843.html" target="_blank">Spiegel Online</a> weiß: Alles Luschen, die wirklich am härtesten arbeitenden Musiker auf diesem Erdenrund sind mit weitem Abstand die Helden meiner Teen- und Twen-Jahre: <strong>Depeche Mode!</strong><br />
Denn:<strong><br />
</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Die Band sprengt inzwischen mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern und über <strong>12 Millionen Konzerten</strong>[sic!] rockhistorische Dimensionen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dave Gahan wird sie alle überleben und auf der Bühne in Grund und Boden wirbeln, ich wusste es schon immer!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fundstücke (2)</title>
		<link>http://www.duspuerstdasgras.de/2008/09/29/fundstucke-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Sep 2008 11:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[~~ USAerklärt weist darauf hin, dass die Interviews deutscher Politiker nachträglich autorisiert werden, während so etwas in der englischsprachigen Welt als ein Eingriff in die Arbeit des Journalisten angesehen wird: Die verschiedene Vorgehensweise führt zu einem Unterschied in der Zahl der saudummen Bemerkungen von Politikern, die die Bevölkerung erreichen. Während amerikanische, australische, britische und kanadische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>~~ <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2008/09/27/das-nicht-autorisieren-von-interviews/" target="_blank">USAerklärt weist darauf hin</a>, dass die Interviews deutscher Politiker nachträglich autorisiert werden, während so etwas in der englischsprachigen Welt als ein Eingriff in die Arbeit des Journalisten angesehen wird:</p>
<blockquote><p>Die verschiedene Vorgehensweise führt zu einem Unterschied in der Zahl der saudummen Bemerkungen von Politikern, die die Bevölkerung erreichen. Während amerikanische, australische, britische und kanadische Politiker scheinbar ständig <em>their foot in their mouth</em> haben, sind ihre deutschen Kollegen durch ein Netz und einen doppelten Boden vor den größten Fettnäpfchen geschützt. Entsprechend wirken sie &#8211; zumindest im Durchschnitt &#8211; rhetorisch geschickter.</p></blockquote>
<p>~~ <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/114666?PHPSESSID=8071e766967f48735aa59c7351809f4d" target="_blank">11Freunde</a> über ein doch recht bemerkenswertes Spiel meiner Lieblingsmannschaft am vergangenen Wochenende:</p>
<blockquote><p>93. [Minute:] Schlusspfiff. Die Stürmer beider Mannschaften verabreden sich zum Après Ski, die Verteidiger gründen eine Selbsthilfegruppe. Ralf Rangnick eilt in die Kabine, um seinen ersten Roman zu verfassen: »Begrabt mein Herz an der Biegung der Weser«.<br />
Thomas Schaaf, dessen linke Gesichthälfte seltsamerweise wesentlich faltiger ist als sein rechte, wird gefragt, ob er in Partystimmung geraten sei. Nach zehn Sekunden Bedenkzeit sagt er: »Nö.«</p></blockquote>
<p>Aus Spaß am Spiel war das natürlich der Wahnsinn; als Fan der Heimmannschaft, die sich oben in der Tabelle positionieren will und nach 6 Spieltagen pro Spiel 2 Gegentreffer gekriegt hat, wird mir aber doch langsam mulmig.</p>
<p>~~ <a href="http://www.focus.de/kultur/kino_tv/schmidt-und-pocher-andrack-rechnet-mit-show-stopp_aid_336646.html" target="_blank">Manuel Andrack vermutet</a> ein baldiges Ende von Schmidt &amp; Pocher. Was ich sehr begrüßen würde, denn fortgeführte Leichenfledderei an einer ohnehin unterirdischen Sendung ist einfach geschmacklos.</p>
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